Full text : Aktive Währungspolitik

Die  volkswirtschaftliche  Bedeutung  des  Geldes.

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schränkung  der  Arbeitsteilung  in  der  Regel  so  viel  wie  Beschränkung  der
Arbeitsmöglichkeit  (Arbeitslosigkeit).
Die  Hauptschwierigkeiten  des  Handels  wurden  durch  das  Geld  beseitigt.
Ohne  das  Geld  wäre  die  Ausdehnung  der  Arbeitsteilung  an  den  Schwierigkeiten
des  direkten  Tauschhandels  gescheitert.  Der  Mensch  fing  erst  dann  an,  Geschichte
zu  machen,  als  die  Einführung  des  Geldes  ihm  gestattete,  sich  auf  die
Arbeitsteilung  einzurichten.
Das  Geld  ist  die  Voraussetzung  entwickelter  Arbeitsteilung,  und  die
Arbeitsteilung  steht  auf  den  Schultern  des  Geldes.  Als  Vorbedingung  entwickelter ­
  Arbeitsteilung  kann  man  das  Geld  die  Wiege  der  Kultur  nennen.
Dies  muß  betont  werden,-  denn  nur  dann  werden  wir  dem  Geldwesen
das  zu  seinem  Verständnis  nötige  Studium  widmen  wollen,  wenn  wir  uns
überzeugt  haben,  daß  von  ihm  und  seiner  Beschaffenheit  unser  Wohlergehen,
unser  Dasein  abhängig  ist.
Und  es  muß  dies  um  so  mehr  hervorgehoben  werden,  als  die  Entwicklung
des  Scheck-  und  Wechselwesens  vielfach  die  Meinung  hat  auskommen  lassen,
das  Geld  spiele  heute  nur  mehr  eine  untergeordnete  Rolle.  Man  vergleicht
die  8  Milliarden  Mark,  die  in  Deutschland  umlaufen,  mit  den  400  Milliarden
an  sonstigem  Reichtum  (Häusern,  Schiffen,  Eisenbahnen)  und  glaubt  an
diesem  Verhältnis  die  Bedeutung  des  Geldwesens  überhaupt  ermessen  zu
können.  Das  ist  aber  ganz  und  gar  verkehrt.  Diese  8  Milliarden  darf  man
nicht  nach  ihrem  Betrage  bemessen,  um  ihre  Bedeutung  zu  verstehen,  sondern
nach  der  von  ihnen  verrichteten  Arbeit.  Diese  8  Milliarden  vermitteln  einen
jährlichen  Produktenaustausch  von  vielleicht  100  Milliarden,  und  da  der
Austausch  Vorbedingung  der  Produktion  ist,  so  kann  man  sagen,  daß  die
8  Milliarden  an  Geld  jährlich  100  Milliarden  das  Leben  geben.  Der  gesamte
Reichtum  an  Häusern,  Maschinen,  Eisenbahnen,  Schiffen  ist,  von  diesem
Standpunkt  aus  betrachtet,  eine  Gabe  des  Geldes  und  zwar  eine  periodisch
sich  wiederholende  Gabe.  Die  Wechsel  und  Schecks  haben  zwar  einen  Teil
des  Bargeldes  ersetzt,-  aber  ist  damit  die  volkswirtschaftliche  Bedeutung  des
Geldes  nicht  noch  gewachsen?  Gründet  der  Wechsel,  der  Scheck,  das  gesamte
Kreditwesen,  sich  nicht  auf  Bargeld,  lauten  nicht  die  Schuldverschreibungen
aller  Art  aus  Geld,  und  stürzt  nicht  das  ganze  Gebäude  an  Wechseln,
Pfandbriefen,  Staatsschulden,  Obligationen  usw.  in  sich  zusammen,  wenn
man  ihm  das  Bargeld,  seine  Unterlage,  entzieht?!
Das  Kreditwesen  hat  also  die  Bedeutung  des  Geldes
nicht  vermindert,  sondern  im  Gegenteil  außerordentlich  erweitert ­
  und  vertieft?)
Wer  sich  davon  überzeugen  will,  daß  die  Vernachlässigung  des  Geldstudiums, ­
  wie  sie  heute  in  allen  volkswirtschaftlichen  Schriften  so  auffällig
zu  Tage  tritt,  durchaus  ungerechtfertigt  ist,  der  betrachte  Anfang  und  Verlauf
der  letzten  amerikanischen  Krise.  2n  Amerika  wurde  ein  Teil  des  umlaufenden
Geldes  vom  aufgeschreckten  Publikum  dem  Verkehr  entzogen,  und  diese
p  Flürscheim  vergleicht  dies  Verhältnis  mit  einer  umgekehrten  Pyramide,  von  der  das
Geld  die  Spitze  darstellt.
            
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