Full text : Aktive Währungspolitik

13

Der  Bedarf  an  Geld.
Störung  des  Geldumlaufs  genügte,  um  die  gesamte  Volkswirtschaft  zum
Stillstand  zu  bringen.  Die  Arbeitslosigkeit,  die  nach  Europa  übergegriffen
hat,  ist  eine  unmittelbare  Folge  jener  Störung  des  Geldumlaufes.  Vielleicht
wird  nun  die  Krise  (die  schon  fast  allgemein  als  Geldkrise  angesehen  wird)
die  Bedeutung  des  Geldwesens  in  ihr  rechtes  Licht  rücken.  Wie  hoch  man
aber  auch  die  Bedeutung  des  Geldes  dabei  wird  einschätzen  lernen:  die
Gefahr  einer  Überschätzung  liegt  nicht  vor.

Der  Veüaef  on  GelZ.
Die  Arbeitsteilung  bedingt  den  Austausch  der  Arbeitsprodukte.  Die
Produkte  der  Arbeitsteilung,  die  noch  auf  den  Austausch  harren,  d.  h.  die  den
Konsumenten  noch  nicht  erreicht  haben,  nennt  man  Waren,-  und  diese  Waren,
die  zu  ihrer  Bewegung  das  Geld  nötig  haben,  sind  es,  die  das  Geld  haben
auskommen  lassen.  Je  entwickelter  die  Arbeitsteilung,  desto  mehr  Waren  wirst
sie  auf  den  Markt,  und  umso  mehr  Geld  wird  nötig.  Den  Geldbedarf
mißt  man  also  mit  den  Waren.  Ohne  Waren  hat  das  Geld  keinen
Zweck  mehr,-  verschwindet  die  Arbeitsteilung,  so,,  verschwindet  auch  das  Geld.
Mit  jeder  Vermehrung  der  Warenzufuhr,  mit  jeder  Erweiterung  der  Arbeitsteilung ­
  wächst  der  Bedarf  an  Geld.  Und  umgekehrt  natürlich.
Wer  mit  dieser  ersten  Folgerung  aus  dem  Grundsatz,  daß  das  Geld
aus  der  Arbeitsteilung  hervorgegangen  ist,  nicht  einverstanden  ist,  der  kann
sich  die  Zeit  sparen,  dies  Buch  weiter  zu  lesen.  Denn  alles,  was  jetzt  folgt,
fußt  daraus,  daß  Ware  und  Geldbedarf  sich  decken,  daß  man  den  Geldbedarf
(Nachfrage  nach  Geld)  nur  mit  den  Warenzufuhren  schätzen  kann.  Wenn  wir
das  Geld,  wie  es  oft  geschieht,  als  Tauschmittel  bezeichnen,  so  wird  die
Richtigkeit  dieser  Folgerungen  noch  viel  durchsichtiger.  Die  Arbeitsteilung
erzeugt  Waren,  die  Waren  bedürfen  des  Austausches,-  und  den  Tausch
vermittelt  das  Geld,  daher  der  Name  Tauschvermittler.  Der  Bedarf  an
Tauschmitteln  muß  also  zusammen  mit  der  Vermehrung  der  Tauschobjekte,
d.  h.  der  Waren,  wachsen.  Der  Klarheit  wegen,  um  Mißverständnissen
vorzubeugen,  werden  wir  in  der  Folge,  so  oft  wir  daran  denken,  das  Wort
Tauschmittel  an  Stelle  des  Wortes  Geld  gebrauchen.  Wer  beim  Worte
Geld  an  etwas  anderes  als  an  Tausch  der  Produkte  der  Arbeitsteilung  denkt,-wer
  das  Geld  von  anderen  Gesichtspunkten  als  von  denen  des  Warenaustausches
verwaltet  wissen  will,  der  wandelt  auf  Irrwegen,-  und  jeder  kann  ihm  Mißerfolg
prophezeihen,  ganz  einerlei,  ob  es  sich  um  einen  Kaufmann,  Politiker,
Staatsmann  oder  Währungsforscher  handelt.  Sic  alle  sind  auf  Holzwegen,
wenn  sie  den  Geldbedarf  anders  als  mit  den  Warenzufuhren  messen.  Folgerichtig, ­
  theoretisch  wie  praktisch,  kann  das  Geld  nur  vom  Standpunkt  der
Ware  und  ihrer  Erzeugerin,  der  Arbeitsteilung,  aus  beurteilt  werden,-  denn
aus  der  Arbeitsteilring  und  ihren  Produkten,  den  auf  den  Austausch  harrenden
Waren,  ist  der  Tauschvermittler,  das  Geld,  hervorgegangen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.