Full text : Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

Erster  Abschnitt

Die  geschichtliche  Entwicklung  des  Hamburger  Hafens  und  seiner
Änlagen,  jetziger  Umfang  und  Frequenz  seiner  Anlagen.
Die  großartige  Entwicklung,  die  durch  die  mannigfaltigen
Erfindungen  und  Errungenschaften  des  19.  Jahrhunderts  auf  allen
Gebieten  des  wirtschaftlichen  Lebens  bewirkt  wurde,  hat  auch  für
den  Seeverkehrsweg  natürlich  eine  ganz  hervorragende  Bedeutung
gewonnen.
Diese  Arbeit  befaßt  sich  indes  nicht  mit  der  Entwicklung
der  Transportmittel  des  Seeverkehrs  selber,  sondern  lediglich  mit
der  Entwicklung  der  Vorrichtungen,  mit  denen  der  Umschlag,  die
Überladung  von  Gütern  in  die  Schiffe  und  umgekehrt  bewerkstelligt ­
  wird,  mit  anderen  Worten,  mit  den  Lösch-  und  Ladeeinrichtungen ­
  in  den  Häfen.
Ich  habe  die  auf  diese  Lösch-  und  Ladeeinrichtungen  bezüglichen ­
  Verhältnisse  in  dem  bedeutendsten  kontinentalen  Seehafen,
Hamburg,  genau  kennen  gelernt  und  glaube,  mich  im  wesentlichen ­
  auf  diesen  Hafen  beschränken  zu  können,  da  Hamburg  in
Hinsicht  auf  die  Ausrüstung  seines  Hafens  mit  Umschlagsmitteln
mit  Recht  als  vorbildlich  gilt.  Es  würde  zu  weit  führen,  wollte
Ich  die  Gründe  näher  darlegen,  weshalb  sich  der  Seehandel  Deutschlands ­
  im  wesentlichen  auf  die  beiden  großen  Häfen  im  Nordwesten,
Hamburg  und  Bremen,  konzentriert  hat.  Wir  müssen  diese  Konzentration ­
  als  Faktum  hinnehmen.  Uns  beschäftigen  einzig  und
allein  die  Veränderungen,  die  sowohl  durch  die  gewaltige  Verkehrszunahme ­
  wie  auch  durch  die  Betriebstechnik  in  den  Häfen
geschaffen  wurden.
Der  Hafen  von  Hamburg  war  bis  ungefähr  zum  Jahre  1860
hin  nur  eine  Reede,  d.  h.  es  gab  keine  ausgegrabenen,  befestigten
und  geschweige  mit  Kaimauern  versehene  Hafenbecken.  Die
Schiffe  ankerten  am  Ufer  oder  machten  im  Strom  an  den  sog.
Dückdalben  fest.  Diese  Dückdalben  sind  Pfahlgruppen,  die  in
den  Fluß  gerammt  sind,  um  feste  Ankerplätze  zu  schaffen.  Noch
heute  vollzieht  sich  der  überwiegende  Teil  des  Schiffsverkehrs  an
Abhandlungen  d.  staatsw.  Seminars  z.  Jena,  Bd.  XII,  Heft  2.  1
Haase,  Die  modernen  Lösch-  und  Ladeeinrichtungen  usw.
            
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