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Die ersten Dampfer der Vereinten Weser-Dampf Schiffahrt wurden
von französischen, englischen und Elbwerften bezogen 1 ), und auch
heute noch macht man sich an der Weser die Erfahrungen der
deutschen Ströme, die eine gröfsere Flufsschiffahrt besitzen, zu
Nutze. 2 )
Reparaturen an den Dampfschiffen der Vereinten Weser
Dampfschiffahrt führten Henschel in Kassel, auch Egestorff in
genommen, um gröfsere Schnelligkeit der Verladung zu erzielen. In älterer
Zeit begegnet die Terminologie Schilf und Bock, bezw. zwei Böcke, die Vlothoer
sollen zur Umgehung der Einigung von 1680 den Bullen hinzugebracht haben.
Im 18. Jahrhundert wird geklagt, die Mindener kämen mit sechs Fahrzeugen
in Bremen an, wegen ihrer Zuladungen an Zwischenorten. (Bremer Handels-
kammerarohiv; Noack, Das Stapel-u. Schiffabrtsrecht Mindens, 1904, S. 19—20.)
In älterer Zeit figurieren in Bremen die Oberweserschiffe unter der alten all
gemeinen Bezeichnung Eken (s. a. a. 0. die älteren Bremer Akten). Man
führte aufserdem überall noch sogenannte Dielenschiffe, vorwiegend als Arbeits
schiffe, auch wird von Pferdebullen gesprochen, beim Übersetzen der Treidel
pferde.
Vgl. im übrigen (Gothaische) Handlungs-Zeitung, 1787, S. 57 ff.; Patje,
S. 440 ff.; v. Reden, Das Königr. Hannover, 1839, II. Abt., S. 108, 112, 288 ff.;
Reinhold, Praktische Anweisung, 1852, S. 16; Meidinger, Die deutschen
Ströme, IV. Abt., 1864, S. 36; W. Lotze, Geschichte der Stadt Münden,
Münden 1878, S. 237 ff.; H. Keller, Weser und Ems, Berlin 1901, III. Bd.,
S. 151; Statistik des d. Reichs, N. F., XXXIX. Bd., Teil II, Abt b. Gebiet der
Weser, 1901, S. 24, 25; J. G. Kohl, Alte und neue Zeit, Episoden aus der
Culturgeschichte der fr. Reichs-Stadt Bremen, Bremen 1871, S. 190; H. Mänz,
in Bremen und seine Bauten, 1900, S. 117; W. Metterhausen, Die Ober
weserschiffahrt im letzten Jahrzehnt, Festschrift, Kassel, 1902, S. 61.
Photographische Abbildungen des Weserbocks, Rheinschiffs und der
neueren eisernen Kähne bei Metterhausen, ältere Abbildungen auf Gesamt
ansichten von Bremen in der Stadtbibliothek, im historischen Museum etc.,
ältere Ansichten von der Werra, erschienen bei Wiederholt in Göttingen u. a.
— S. w. die Statistik.
D Jahresberichte der Ges. d. Ver. Weser-Dampfschiffahrt (Sammlung der
Bremer Stadtbibliothek). Das Schleppboot Roland, das 1839 in Fahrt gesetzt
wurde, wurde in Bremen aus Holz gebaut, die Maschine von Claird & Co. in
Glasgow bezogen (D u c k w i t z, D., S. 10). Die Schiffe der Vereinten Weser-Dampf-
schiffahrtsgesellschaft wurden bezogen von Gäche freres in Paris und Gäche aine
in Nantes, durch Wm. Bird & Co. in London von Penn & Sons in Greenwich und
Ditchburn & Mare; von Jacobi, Haniel & Huyssen, Gutehoffnungshütte an der Ruhr;
ein Schiff von der Maschinenfabrik in Buckau wurde refüsiert. (Jahresberichte
der Gesellschaft bis 1848.) Es handelt sich hier um eiserne Schiffe. Vergl. a.
D. Reinhold, Praktische Anweisung, 1852, S. 15, 16 ff. Friedrich Harkort
in Duisburg baute 1834 den Schleppdampfer Friedrich Wilhelm III. für Minden.
Jahresb, d. Hdlsk. v. Minden f. 1869, S. 39; H. v. Treitschke, D. Geschichte,
V. Teil, 1899, S. 486.
2 ) Vgl. F. Zeit er, Bremen und seine Bauten, S. 686, und Metter
hausen u. a.