Full text: Inflation und Geldentwertung

Inflation und Wechselkurse. 
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der Wechselkurse, in der Bewertung der deutschen Valuta im Aus 
land. Der rechnerische Ausgleich, der im Frieden durch die sich auf 
der Warenhandelsbilanz, auf den Kapitalbewegungen und sonstigen 
Einnahmen und Ausgaben auf bauen den Zahlungsbilanz mit Hilfe 
einer die Hauptländer verbindenden einheitlichen (Gold-)Währung 
erfolgte, erlitt durch den Kriegsausbruch und dann im weiteren Ver 
lauf des Krieges durch eine Reihe von kriegswirtschaftlichen Maß 
nahmen eine empfindliche Störung. Die Einstellung der Einlösung 
der Reichsbanknoten in Gold, die plötzliche Abdeckung der deut 
schen Schulden im Ausland und die Schwierigkeiten, deutsche Gut 
haben im Ausland rechtzeitig und mit Erfolg einzuziehen, hatten zur 
Folge, daß plötzlich eine übermäßige Nachfrage nach ausländischen 
Zahlungsmitteln ein trat und schon vor Ausbruch der Kriegs- 
handlungen die Kurse der fremden Wechsel in Deutschland über 
den Goldpunkt anzogen, d. h. die Schranke, die den Preisschwankun 
gen der Valuta bis dahin durch die Goldwährung gezogen war, 
übersprangen. Im weiteren Verlauf des Krieges sorgte ein starkes 
Einfuhrbedürfnis dafür, daß die Nachfrage nach ausländischen 
Zahlungsmitteln im Inland, bzw. das Angebot von deutschen Zah 
lungsmitteln im Ausland, und zwar jetzt nur noch des neutralen 
Auslandes, auf dessen wenigen Börsenplätzen sich der Handel 
mit deutschen Zahlungsmitteln konzentrierte, daß dieses Angebot 
von Forderungen auf Deutschland nicht geringer wurde. In der 
ersten Zeit des Krieges wirkte dem Drucke dieses Angebots noch 
die Verfügung über ausländische Guthaben in den neutralen Ländern, 
eine lebhafte Ausfuhr von deutschen Waren und die Veräußerung 
von Wertpapieren mehr oder weniger selbsttätig sowie in geregelter 
Weise die Ausfuhr von Gold entgegen, so daß der Kurs für deutsche 
Wechsel im Ausland während dieser Zeit nur langsam sank und 
— abgesehen von den durch die Spekulation herbeigeführten 
Senkungen und Schwankungen des Kurses — nur so weit zu sinken 
brauchte, um die in der deutschen Kriegswirtschaft noch vorhan 
denen Zahlungsreserven mit Erfolg zu lockern. Zu spät wurde 
jedoch in Deutschland erkannt, daß die in der Friedenszeit ausge 
zeichnet wirkende, selbsttätige Regelung des internationalen Zah 
lungsausgleichs infolge langsamen Versiegens ihrer Hauptquellen 
obrigkeitlich durch Schaffung neuer Quellen (schärfere Heran 
ziehung der ausländischen Wertpapiere, nachdem die Goldsamm 
lungen und die daraus erfolgenden Abgaben von Gold an das Aus
	        
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