Steuerpolitische Maßnahmen.
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daran liegen, daß die Unterbringung der Reichsschatzanweisungen
zu einem großen Teil zunächst aus den den Banken zugeflossenen
Depositen erfolgen konnte, d. h. aus Kaufkraftmengen vermögen
der Einzelwirtschaften, die im Augenblick über den Güterbedarf
hinaus Mittel verfügbar hatten, oder aus der Ausgabe von Noten,
die gehamstert wurden, also ebenfalls einstweilen dem Gütermarkt
entzogen sind. Die Gefahren bestehen darin, daß diese geliehenen
Kaufkraftmengen eines Tages wieder aufleben, sich also dem Preis
abbau hindernd in den Weg stellen werden.
Die Hinausschiebung der Steuergesetzgebung bietet die Mög
lichkeit, die Einführung der Steuern so einzurichten, daß sie mit der
Belebung der Produktion, mit der Vermehrung der Waren, mit
einer günstigen Gestaltung des Verhältnisses von Angebot und
Nachfrage in den einzelnen Warenarten, ja vielleicht mit einer
größeren Einfuhr von Waren zusammenfällt. Jedenfalls sollte
diese Gleichzeitigkeit mit allen Mitteln angestrebt werden. Dann
würde sich die weitere Möglichkeit ergeben, daß sich bei einem
durch die Marktlage bedingten Preisrückgang die Steuererträge
einschieben könnten, ohne so fühlbar zu werden, wie es in Zeiten
steigender Preise der Fall sein würde.
2. Eine wirkliche Verminderung der Kaufkraftmenge in der
Volkswirtschaft tritt hingegen ein, wenn die von den Einzelwirt
schaften eingezogenen Steuern nicht wieder zur Verausgabung ge
langen, sondern von den öffentlichen Kassen zur Schuldentilgung
verwendet werden. Das scheint auf den ersten Blick nicht zu
stimmen; denn um die Anleiheschulden zu tilgen, ist es nötig, die
auf dem Steuerwege erhaltenen Mittel an die Anleihebesitzer zu
verausgaben, so daß also doch eine Zuführung an die Volkswirt
schaft stattfindet. Die Anleihebesitzer erhalten dann in Gestalt von
Tilgungsquoten jene Beträge zurück, die die öffentlichen Kassen als
Steuer vereinnahmt haben. Terhalle zieht hieraus den Schluß 1 ),
„daß es für die Preisgestaltung, soweit sie durch Momente auf der
Seite des Geldes bedingt wird, insoweit ganz gleichgültig ist, ob
die Kriegsschuld schnell oder langsam oder gar überhaupt nicht
getilgt wird“. Bei näherem Zusehen findet man jedoch, daß die
Steuern — in der Regel — aus dem Einkommen entrichtet werden,
grundsätzlich also die Kaufkraft der Steuerzahler schmälern,
l ) Zum Inflationsproblem der Übergangswirtschaft. Bankarchiv vom 15. Fe
bruar 1919. S. 94.
Prion, Inflation und Geldentwertung.
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