8
schließen, wie auch die Technik der Münzbilder eine solche zur
Voraussetzung hat**).
In den Schatzhäusern der Könige war viel Edelmetall in
Barren aufgespeichert, wie die Berichte über die Vorräte, welche
Alexander d. Gr. dort noch gefunden und erbeutet hat (334
v. Chr.), deutlich werden lassen**),
Lange vorher war die große Geldmacht Persiens den Griechen
schon bekannt, wie denn auch bereits die Peloponnesier im
5. Jahrhunderte v. Chr., selbst geldarm, das persische Gold zur
Niederwerfung Athens benutzen wollten**?), Gleichwohl würde
man irre gehen, wollte man für das Perserreich eine reine oder
auch nur überwiegende Geldwirtschaft annehmen. Denn das, was
uns Herodot berichtet und aus den Münzfunden sich ergibt,
bezieht sich vornehmlich auf die Tributleistungen von außen. Es
sind solche von oft weitentfernten Provinzen und Ländern, die
naturgemäß nicht in Naturalien entrichtet werden konnten.
Aber wir wissen auch, daß der König selbst seine Beamten
und Vasallen mit Landüberweisungen ausstattete und bereits zur
Zeit der Achämeniden das Lehenswesen reich entwickelt war!®),
Die Vasallen bezogen von dem Grundbesitz, der ihnen zuteil
geworden war, Nutzungen gegen die Verpflichtung zu militäri-
schem Dienst. Wichtig war auch, daß die ganze Verpflegung des
Hofes mit Einschluß seiner Beamten sowie der Truppen aus den
Naturallieferungen der Provinzen bestritten wurde**), Was es
im Perserreich an Naturprodukten und Erzeugnissen des
Gewerbefleißes gab, kam als Geschenk an den König: Teppiche,
Gewänder, Zelte, Sofas, Waffen, Lasttiere, Seide, Papier, Pöckel-
Teisch u. s. w.*®),
Die Bezeichnungen für die Beamten des Königs spiegeln
deren Naturalverpflegung wieder. Sie heißen: „die das Salz des
Palastes essen“, oder „die des Königs Brot essen‘12),
16) Vgl. F. Sarre, Die Kunst des alten Persiens (1922).
1) Vgl. E. Meyer, Gesch. d. Altertums 3, 89 (1911).
2) Th. Nöldecke, Aufsätze zur pers, Gesch. 1887, S. 55, vgl. auch S. 59.
3) Vgl. G. Hüsing, Porußati! und das achamanidische Lehenswesen. Ber.
Forsch. Inst. f. Osten u. Orient, Wien 1918, 2, 90 ff. bes. 117 ff.
'#) Herodot ı, 192.
5) Theopomp Frag. 125.
8) Ed. Meyer a.a. 0. 3, 91.
A.