— 193 —
13
die dadurch in Oldenburg gegen Bremen eintrat, war bekanntlich
die Veranlassung zur Verlegung des Schwerpunktes auf das han
noversche Ufer von Brake nach dem von Hannover zum Hafenbau
abgetretenen Gelände von Bremerhaven 1 ), wodurch Brake in den
nächsten Jahren vier Fünftel seines Verkehrs verlor 2 ).
Der Brunshauser oder Stader Zoll, den Hannover auf der Elbe
erhob, und ebenfalls als Seezoll verteidigte, konnte erst in den
sechziger Jahren abgelöst werden 3 ), wurde in der Elbschiffahrtsakte
seinerzeit ausgeschieden 4 ).
im 19. Jahrh., I. Bd., Oldeub. i. G. 1899, S. 57 ff., 294, 301 ff., 365 n. a.;
Georg Sello, Oldenbgs. Seeschiffahrt, Pfingstblätter d. Hansischen Geschichts
vereins, Blatt II, Leipzig 1906, S. 19 ff.; die bremischen Chroniken; G. F.
de Martens, Ch. de Martens, Recueil des traites, II 6 ed,, tome VII.,
Gottingue 1831, p. 462, 463, 488, 542, 533 et suiv., 560; G. F. de Martens,
Nouveau recueil de traites, tome IV., Gottingue 1820, p. 653, 646 et suiv;
Joh. Ludw. Klüber, Acten des Wiener Congresses in d. Jahren 1814 u. 15,
III. Bd., Erlangen 1815, S. 167, 174 ff., etc.
*) Die erste Idee zu einer Stadt an der Geeste datiert noch weiter als
zu der schwedischen Feste Karlsburg zurück, da laut Witheitsprotokoll vom
29. Juni 1639 bereits der Erzbischof Friedrich bei seiner Besetzung des damals
stadtbremischen Gebiets an der Geeste die Absicht hatte, das von seinem Vater
1620 gegebene Beispiel von Glückstadt gegen Hamburg naohzuahmen. 8.
darüber W. v. Sippen, Gesch. d. St. Bremen, II. Bd., 1898, S. 380. Über die
späteren Bestrebungen in der Schwedenzeit, vor und nach der französischen
Zeit bzw., im III. Bande in den folgenden Kapiteln. Der Vertrag Smidts mit
Hannover wegen Bremerhavens ist in Victor Böhmerts Bremer Handels
archiv im I. Bde, 1864, unter Nr. 7, S. 30 ff., abgedruckt, bei Martens, N. R.,
VII, p, 100. S. a. n. v. Treitschke, D. Gesch. i. 19. Jahrh., III. Teil,
Leipzig 1903, S. 581.
Es handelt sich bei den ältesten Gründungen allerdings noch in ziemlichem
Mafse um Sperrschlösser, wie sie Bremen zwischen Hoya und der salzen See
traditionell nicht dulden wollte, erst später tritt der Charakter als Konkurrenz
platz durchaus in den Vordergrund, wodurch Kohl (Der Verkehr u. d. Ansiedl,
d. Menschen, Dresd. u. Leipz, 1841, S. 592 ff.) zu seiner Abschätzung einer
engeren und weiteren Selektion geführt wurde.
In der entscheidenden Zeit erhielten die Nordseeflufsmündungen so viel
Hafenstädte, wie politische Gebilde, während die Ostseemündungen demgemäfs
eine Stadt behielten.
a ) Fr. v. Reden, D. Königr. Hannover, II. Abt., 1839, S. 180;
E. Pleitner, Oldenburg im 19. Jahrh,, Oldenburg i. G. 1899 u. 1900, I. Bd.,
S. 394, II. Bd., S. 158 ff.
3 ) Der Vertrag wegen Ablösung des Brunshauser oder Stader Zolls,
22. Juni 1861, in der bremischen Ausfertigung publiziert Bremen, 1. Mai 1863,
ist in Victor Böhmerts Bremer Handelsarchiv abgedruckt im I. Bande,
1864, Nr. 11, S. 76.
*) Zu seiner Rolle als Hauptförderungsmittel für Harburg seit 1850
(M. Peters, D. Entwickl. d. d. Reederei, Jena 1899—1905, II. Bd. S. 162,