Full text : Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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Ein  specuHrender  Farmer  muss  das  Getreide  lagern.  Hat
er  eigne  Speicherräume,  so  thut  er  es  dort.  Hat  er  sie  nicht,
und  dies  ist  die  Regel,  so  benützt  er  den  nächsten  Elevator.
Es  haben  nämlich  Capitalisten,  die  im  Westen  wohnen,  solche
Speicher,  die  Paternosterwerke  zum  billigen  Manipuliren  des
Getreides  besitzen,  an  geeigneten  Stellen  neben  Eisenbahnstationen ­
  gebaut.  Hier  lagert  der  Farmer  sein  Getreide  gegen
Entrichtung  einer  Gebühr  per  Bushel  und  je  nach  I>änge  der
Eagerzeit.  Es  liegt  hier  auf  Gefahr  des  Besitzers  des  Elevators,
der  Elevator  und  Inhalt  gegen  Feuerschaden  versichert.  Dieser
stellt  dem  Eigenthümer  des  Getreides  einen  Depotschein  aus,
der  negociirbar  ist,  den  er  verkaufen  oder  lombardiren  kann.
Eocalbanken  leihen  8o  bis  90  Percent  des  Locomarktwerthes
zum  jetzt  sehr  billigen  Bankzinsfusse  darauf.  Sie  sind  gleichzeitig ­
  Depositenbanken  und  verzinsen  die  Ersparnisse  der  Faruier,
  denen  sie  Cheques  geben.  So  wird  der  kleine  Bauernstand, ­
  welcher  immer  noch  fast  allen  Weizen  und  Mais  producirt,
  in  das  Bankgetriebe  hineingezogen,  zieht  aber  bis  jetzt
noch  grossen  Vortheil  daraus.
Da  die  meisten  Farmen  Amerikas  jene  Grösse  nicht  überschreiten, ­
  welche  in  den  Einzelstaaten  durch  die  Homestead-Exemptionsgesetze
  gegen  Verkauf  Schulden  halber  geschützt
>st,  wie  ich  das  in  dem  gleichzeitig  erscheinenden  Werke  über
Heimstättengesetze  ausfühce,  so  geniesst  der  amerikanische
Farmer  durchschnittlich  keinen  Hypothekencredit  und  giebt  es
desshalb  auch  —  was  europäischen  Lesern  auffallen  wird  —
zwar  Tausende  von  Depositenbanken,  aber  keine  Hypothekarbanken! ­
  Jene  Gesetze,  welche  dem  Farmer  das
Schuldenmachen  auf  Hypothek  erschweren,  in  einzelnen  Staaten
sogar  verbieten,  haben  eine  zur  Sparsamkeit  erziehende  Wirkung: ­
  In  guten  Erntejahren  sammelt  der  Farmer  einen  Reservefonds ­
  und  deponirt  ihn  in  der  nächsten  Bank,  in  schlechten
Jahren  zieht  er  auf  dies  Depot.  Bei  uns  investirt  und  depensirt
Ulan  den  Ueberschuss  der  guten  Jahre  über  die  Wirthschaftskosten
  und  leiht  in  schlechten  Jahren  Geld  auf  Hypothek,
kis  die  Subhastation  dieser  liederlichen  Wirthschaft  ein  Ende
uiacht.  Mit  dem  Depötsystem  ist  naturgemäss  das  Warrant-System
  für  das  zur  fungiblen  Waare  durch  Gradirung  gewor-4*

            
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