Full text : Zur Frage der Naturalteilung

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wärts  und  bringt  statt  Grundvermögen  bares  Geld  mit,  so  muß  erst
recht  der  Betrieb  durch  Zukauf  von  Grundstücken  erweitert  werden.
Der  Nachfrage  nach  Grundstücken  wird  durch  Veräußerung  von
Losanteilen,  von  ganzen  Anwesen,  die  durch  Tod,  Wegzug  des  Besitzers
feil  werden,  endlich  von  Gütern  im  Zwangswege  genügt.
Außer  Angebot  und  Nachfrage  wirken  noch  andere  Faktoren  Preisbestimmend ­
  auf  den  Verkehrswert  ein.  Äcker  in  der  Nähe  des  Dorfes
erzielen  höhere  Preise  als  gleich  fruchtbare,  die  au  der  Peripherie  der
Markung  gelegen  sind.  Wir  haben  schon  gelegentlich  der  Untersuchung
der  Parzellierung  in  Merkershauseu  konstatiert,  daß  nach  den  dem
Dorfe  nahe  gelegenen  Äckern  eine  erhöhte  Nachfrage  besteht.  Z  Die
Kauflust  und  Kaufkraft  der  Leute  wird  um  so  größer  sein,  je  weniger
sie  mit  Fristen  aus  vorhergehenden  Strichen  belastet  sind.
Zu  abnormen  Preisbildungen  kommt  es,  wenn  jeder  der  beiden
angrenzenden  Grundstücksbesitzer  das  inmitte  liegende  Grundstück  für
sich  streichen  will.  Es  ist  im  allgemeinen  zu  begrüßen,  wenn  der
einzelne  Grundbesitzer  sein  Grundstück  durch  Zukauf  des  anstoßenden
auf  eine  wirtschaftlichere  Größe  bringen  will;  allein  in  manchen  Fällen
kann  der  dadurch  erzielte  Gewinn  nicht  den  unrentablen  Kauf  des  angrenzenden ­
  Grundstücks,  dessen  angelegter  Wert  zum  Ertragswert  in
gar  keinem  Verhältnis  steht,  aufwiegen.  Nicht  selten  ist  die  Existenz
dessen,  der  sich  bei  der  Versteigerung  zu  unsinnigen  Geboten  hinreißen
läßt,  in  höchstein  Grade  gefährdet.
Die  Höhe  der  Bodenpreise  im  Grabfeld  unterliegt  in  zeitlicher  wie
in  örtlicher  Beziehung  großen  Schwankungen.  In  den  90  er  Jahren
des  vorigen  Jahrhunderts  waren  die  Bodenpreise  etwas  gedrückt,  jetzt
ziehen  sie  allgemein  wieder  an.  Orte,  deren  Bevölkerung  tut  Verhältnis ­
  zum  verfügbaren  Boden  zu  stark  ist,  zeichnen  sich  durch  hohe
Bodenpreise  ans.  So  lvar  die  Gemeinde  Saal  von  jeher  ob  ihrer
hohen  Bodenpreise  bekannt  und  berüchtigt.  Es  mag  dies  von  dem
Umstand  herrühren,  daß  anfangs  und  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts
das  dort  zahlreich  vertretene  Gewerbe  (namentlich  Leineweberei)  durch
die  in  den  Städten  aufblühende  Industrie  verdrängt  wurde,  was  zur
Folge  hatte,  daß  in  der  späteren  Zeit  die  starke  Bevölkerung  ausschließlich
auf  den  Grundbesitz  angewiesen  war.  Obwohl  die  Bevölkerung  von
1036  Einwohnern  um  das  Jahr  1830  auf  929  um  das  Jahr  1903
zurückging,  ist  doch  noch  die  Bevölkerung  im  Verhältnis  zur  verfügbaren ­
  Fläche  zu  dicht.  Die  Gemeinde  Aubstadt  macht  in  neuerer  Zeit
Saal  inbezug  ans  hohe  Bodenpreise  den  Rang  streitig.
Bei  unseren  Erhebungen  haben  wir,  da  eine  statistische  Erfassung

i)  Oben  S.  40.
            
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