Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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Sieden  erhitzt,  um  hierdurch  alle  Fermente  zu  töten,  und  kommt
dann  in  den  Vakuumapparat,  wo  sie  durch  die  denselben  durchziehenden ­
  Schlangenrohre  erwärmt  wird.  Mit  Hilfe  des  Vakuumapparates
ist  man  imstande,  die  Milch  schon  bei  einer  Temperatur  von  5°
zum  Kochen  zu  bringen.  Ist  die  Milch  sodann  nach  Verlauf  kurzer
Zeit  bis  auf  1 / i  des  ursprünglichen  Volumens  eingedampft,  so  bildet
sie  nach  dem  Erkalten  eine  sehr  dickflüssige  rahmähnliche  Flüssigkeit. ­
  Noch  in  heißem  Zustande  füllt  man  sie  in  Blechdosen,  die  sofort ­
  verlötet  und  sterilisiert  werden.
Auf  Grund  dieses  Verfahrens,  eines  amerikanischen  Patents  von
Gail  Borden,  entstanden  in  den  fünfziger  Jahren  des  vorigen  Jahrhunderts ­
  im  Staate  New  York  die  ersten  Fabriken  dieser  Art.  Das
größte  Unternehmen  für  Herstellung  der  kondensierten  Milch  i st
augenblicklich  die  Anglo-Swiss  Condensed  Milk  Company.  Diese
Firma,  die  ihre  erste  Fabrik  in  Cham  in  der  Schweiz  im  Jahre  1866
gründete,  besitzt  jetzt  in  der  alten  und  neuen  Welt  zusammen  13  ^ e "
deutende  Fabrikanlagen.  Überall  kann  man  ihre  Produkte  finden-Fabriken
  der  Anglo-Swiss  Condensed  Milk  Company  befinden  sich
in  Cham  und  Guin  (Schweiz),  Lindau  (Bayern),  Chippenham,  Staverdon,
Aylesburg,  Middelwich  (England),  Hamar  und  Sandesund  (Norwegen!
Middledown  und  Walton  (New  York),  Dixon  (Illinois)  und  Monroe
(Wisconsin)  in  Nordamerika.
In  Deutschland  besteht  außerdem  die  sehr  leistungsfähige  Fabrik
für  kondensierte  Milch  von  Gebr.  Pfund  in  Dresden.  Diese  Fabrik
ist  im  Jahre  1891  aus  einer  größeren  Dresdener  Molkerei  hervorgegangen; ­
  ihre  Produkte  sind  denen  der  Anglo-Swiss  Condensed
Milk  Comp,  ebenbürtig.  In  den  Fabriken  der  Anglo-Swiss  Condensed ­
  Milk  Company  wird  der  Milch  vor  dem  Eindampfen  ein  Zusatz
von  Rohrzucker  gegeben,  welcher  bewirkt,  daß  die  kondensierte  MH® 11
neben  dem  reinen  Milchgeschmack  auch  nach  dem  Verdünnen  auf
die  ursprüngliche  Milchkonsistenz  einen  sehr  stark  hervortreteuden
süßen  Geschmack  besitzt.  Solange  ein  Gefäß  mit  kondensierter  MilD 1
geschlossen  ist,  erhält  sich  letztere  unverändert.  Meist  haben  di c
Büchsen  der  kondensierten  Milch  ein  Bruttogewicht  von  ca.  1 j t  kg’
enthalten  350  ebem  und  entsprechen  etwa  i x / 2  kg  frischer  Milch.
Wird  das  Produkt  mit  der  ca.  dreifachen  Menge  reinen  l aU '
warmen  Wassers  vermischt,  so  löst  es  sich  vollständig  auf  zu  ciu e1 '
milchartig,  süß  und  ganz  rein  schmeckenden  Flüssigkeit,  welche  fr® 1
von  jedem  Gerinnsel  ist.  Stellt  man  die  Mischung  zum  Aufrahm® 11
auf,  so  setzt  sie  mit  der  Zeit  eine  Rahmschicht  ab,  aus  der  sich  oho®
Schwierigkeit  Butter  gewinnen  läßt.  Bei  längerem  Stehen  an  de f
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