Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

ist  stets  vorzuziehen,  weil  sie  nicht  nur  bequemer  ist,  sondern  auch  gleichmäßigere ­
  Ergebnisse  liefert.
3.  Für  die  Filtration  empfehlen  sich  auch  hier  Goochsche  Tiegel  mit  weiter  Durchlochung ­
  und  dünner  Asbestlage.  Statt  der  teueren  Platintiegel  kann  man  recht  wohl  solche
aus  Reinniokel  anwenden;  diese  werden  durch  die  verdünnte  saure  Lösung  nicht  angegriffen ­
  und  erleiden  auch  durch  das  Glühen  nur  unwesentliche  Veränderungen,  d.  h.
Gewichtsabnahmen,  die  nur  bei  dem  erstmaligen  Glühen  5,5—25,5  mg  für  den  Tiegel  betragen, ­
  dann  geringer  werden  und  hei  dem  Glühen  zum  dritten  Male  schon  durchweg  fast
gleich  Null  sind.  Notwendig  nur  ist,  daß  man  zum  Glühen  starke  Oxydationsflammen ­
  anwendet,  wie  sie  z.  B.  mit  den  Teclu-Brennern  erzielt  werden.
In  einer  großen  Reduktionsflamme  überziehen  sich  die  Nickeltiegel  leicht  mit  einem
schwarzen  Belag  von  Kohlenstoff  bezw.  Kohlenstoffnickel, ­
  der  sich  durch  anhaltendes  Glühen  nur
schwer  beseitigen  läßt.
Auch  sind  bei  anderthalbstündigem  starken
Glühen  der  Eeinnickel-Tiegel  in  einer  Gehläseflamme
  die  Gewichtsverluste  beträchtlicher;  aber
ein  so  anhaltendes  Glühen  ist  zum  Verbrennen  der
erhaltenen  Rohfaser  nicht  notwendig;  hier  genügt
ein  viertel-  bis  halbstündiges  Glühen  auf  viel  Luft
zuführendem  Brenner  vollständig.
Jedenfalls  ist  die  Gewiohtsab-  oder  -Zunahme
der  Tiegel  so  unbedeutend,  daß  die  dadurch  etwa
entstehenden  Fehler  bei  der  quantitativen  Bestimmung ­
  der  Rohfaser  nicht  ins  Gewicht  fallen
und  bedeutend  geringer  sind,  als  sie  bei  der
üblichen  Bestimmung  der  Eohfaser  (Umfüllen  des
Rohfaserrückstandes  mit  Asbest-  oder  Papierfilter)
leicht  entstehen  können.
Die  Tiegel 1 )  haben  die  übliche  konische
Form;  die  Höhe  beträgt  6  cm,  der  obere  Durchmesser ­
  6  cm,  der  untere  4  cm;  sie  sind  mit
möglichst  weiten  Löchern  versehen  und  werden
mittels  eines  weichen  Kautschukschlauches  von  8  cm
Länge  und  3—4  cm  Durchmesser  auf  die  dickwandige ­
  Aspirationsflasche  mit  schwachem  Umlegerand ­
  aufgesetzt.  (Vergl.  Pig.  43.)
Die  Filtration  durch  diese  Tiegel  verläuft  durchweg  schnell,  wenn  man  die  verdünnte
Glyzerinflüssigkeit  stets  kochend  heiß  hält.  Nur  in  seltenen  Fällen,  z.  B.  bei  Baumwollesaatmehl, ­
  Kot  und  sonstigen  staubartig  feinen  Stoffen,  empfiehlt  es  sich,  die  gekochte  oder
gedämpfte  Flüssigkeit  in  großen  Beohergläsem  stärker  zu  verdünnen,  absitzen  zu  lassen,
die  völlig  klare  Flüssigkeit  einmal  abzuhebern  und  dann  den  Bodensatz  nach  Verdünnen
und  Kochen  zu  filtrieren.
Das  Verfahren  hat  vor  dem  Hennehergschen  den  Vorzug,  daß  die  Bestimmung
der  Eohfaser  mit  nur  einer  Kochung  oder  Dämpfung  beendet  ist.  Auch  liefert  es
mit  diesem  durchweg  gleiche  und  nur  in  dem  Falle  niedrigere  Ergebnisse,  wenn
die  Stoffe  verhältnißmäßig  viel  Pentosane  enthalten.  Daraus  folgt  dann  von  selbst,
daß  die  nach  dem  Glyzerin-Schwefelsäure-Verfahren  bestimmte  Eohfaser  mehr
von  den  sonstigen  Begleitern  der  Eoh-  oder  Holzfaser,  nämlich  mehr  Lignin  enthalten ­
  muß.  Das  ist  auch  in  der  Tat  der  Fall,  aber  eher  ein  Vor-  als  Nachteil
des  Verfahrens,  wenn  es  gelingt,  gleichzeitig  in  der  Eohfaser  das  Lignin  quantitativ
] )  Die  Tiegel  werden  von  W.  C.  Heraeus  in  Hanau  bezw.  von  „Vereinigte  Deutsche
Nickelwerke“  in  Schwerte  i.  Westf.  geliefert.
            
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