Full text : Vorschule der Volkswirthschaft

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Finanzielle  Maßnahmen  zum  Abbau  der  Preise.

worden  ist,  ist  unter  den  obwaltenden  politischen  und  wirtschaftlichen ­
  Verhältnissen  mit  Bestimmtheit  darauf  zu  rechnen,  daß  die
Arbeiter,  ebenso  die  Angestellten,  die  Steuerlasten  durch  Lohnsteigerungen ­
  abzuwälzen  suchen  werden,  wenn  ihnen  daraus  eine
Verschlechterung  ihrer  Lebenshaltung  erwächst.  Durch  die  Abwälzung ­
  würde  zugleich  die  Wirkung  auf  die  Preise  aufgehoben,
ja  leicht  ins  Gegenteil  verkehrt  werden,  wenn  die  Lohnsteigerungen
zur  Erhöhung  der  Preise  führen,  die  Mehrausgabe  für  Löhne  also
nicht  durch  technische  Verbesserungen  oder  Steigerung  der  Produktion ­
  vom  Unternehmer  wieder  hereingebracht  werden  kann.
Dazu  kommt  die  unmittelbare  Rückwirkung  der  einmaligen
Vermögensabgabe  auf  die  Produktion.  Wenn  der  Betrag  der  Steuer
von  allen  Unternehmern  sofort  und  in  voller  Höhe  entrichtet  werden ­
  könnte,  dann  wäre  nicht  damit  zu  rechnen,  daß  sie  etwa  versuchen ­
  würden,  die  Vermögenseinbuße  durch  Einkalkulieren  in
die  Preise  nach  und  nach  wieder  herauszuholen.  Solange  der  fühlbare ­
  Mangel  an  Waren  anhält,  die  Preise  von  der  Kaufkraft  der
Einzelwirtschaften  bestimmt  werden,  tritt  ja  sowieso  die  Bedeutung ­
  der  Produktionskosten  für  die  Preisbildung  zurück.  Aber
selbst  wenn  die  Produktionskosten  wieder  mehr  in  ihre  Rechte  als
Preisbestimmungsgründe  eintreten  werden,  ist  es  sehr  unwahrscheinlich, ­
  daß  alle  Unternehmer  die  Vermögensabgabe  auf  die
Preise  abwälzen  würden  und  könnten.  Die  durch  die  Vermögensabgabe ­
  zu  fördernde  Ablieferung  der  Noten,  Guthaben  und  Schatzanweisungen ­
  würde  allerdings  zahlreichen  Unternehmungen  flüssige
Mittel  zum  Betriebe  entziehen.  Nicht  wird  —  was  vielfach  verwechselt ­
  wird  —  das  Kapital  in  volkswirtschaftlichem  Sinne:  die
Produktionsanlagen,  Maschinen,  Rohstoffe,  Waren  durch  die  Vermögensabgabe ­
  berührt;  dieses  Kapital  entsteht  nicht  aus  dem
Papierkapital,  das  der  Volkswirtschaft  entzogen  werden  soll,  sondern ­
  aus  Arbeit.  Für  die  Behebung  des  Mangels  an  flüssigen
Mitteln,  der  durch  die  Vermögensabgabe  entstehen  könnte  und  in
vielen  Fällen  entstehen  wird,  ist  durch  die  Bereitstellung  von
Kredit  Sorge  zu  tragen.  Richtig  ist,  daß  durch  die  Beanspruchung
von  Kredit  Kosten  für  die  Produktion  entstehen.  Wie  aber  schon
hervorgehoben,  spielen  diese  Kosten  so  lange  keine  Rolle,  als  die
Preise  von  dem  Mangel  an  Waren  und  der  Kaufkraft  der  Käufer
bestimmt  werden.  Und  ob  später  bei  einer  Änderung  der  Marktlage ­
  diese  Kreditkosten  in  der  Kalkulation  neben  den  Lohnkosten
            
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