Full text : Die Heimarbeit im Kriege

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Dächer  und  Wände  und  das  Aeußere  der  Häuser  erhalten  die  notwendigen ­
  Reparaturen.  Nach  den  vom  Bezirksamt  mitgeteilten
Zahlen  beträgt  die  Zunahme  der  Bevölkerung,  die  bis  dahin  ziemlich ­
  konstant  blieb,  von  1890  bis  1900  3  Prozent  bei  einer  Vermehrung ­
  der  Heimarbeiter  von  3  auf  23  Prozent  und  von  1900
bis  1910  um  7,74  Prozent  bei  einem  Anwachsen  der  Heimarbeiter
von  23  auf  56  Prozent.  Abseits  vom  Fremden-  und  Ausflüglerverkehr, ­
  2  Stunden  von  der  Eisenbahnstation,  ohne  Nachbarschaft
von  Fabriken,  ist  hier  die  äußere  Umwandlung  lediglich  durch
Heimarbeitsgelegenheit  bewirkt.  Die  Gemeinde  als  solche  ist
zahlungskräftiger  geworden,  denn  die  Zahl  der  Steuerzahler  ist  in
derselben  Zeit  von  227  auf  272  gestiegen,  und  zwar  um  5,77  Prozent ­
  stärker  als  die  Bevölkerung."
Allerdings  können  nur  technisch  leistungsfähige  Gewerbe  die
Aufgabe,  der  Landwirtschaft  die  nötige  Zubuße  zu  gewähren,  lösen;
wo  die  fortgeschrittene  Fabriktechnik  die  Heimarbeit  so  bedrängt,  daß
sie  keine  halbwegs  genügenden  Löhne  mehr  zahlen  kann,  wird  sie
zunächst  von  den  Männern,  dann  auch  von  den  Frauen  verlassen;
so  die  Hausweberei  in  Baden,  Schlesien,  Sachsen  und  Oberfranken.
*  *
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Ueberwiegen  —  zunächst  unter  rein  agrarischem  Gesichtswinkel ­
  gesehen  —  bei  der  Verbindung  von  Kleinbauerntum
und  Landwirtschaft  im  großen  und  ganzen  die  Vorteile,  so  sind  die
Erfahrungen  und  Urteile  weniger  einheitlich  da,  wo  der  Landarbeiter ­
  zur  Heimarbeit  greift.
Bisher  kam  hierfür  wesentlich  der  Tagelöhner  Westdeutschlands ­
  in  Frage,  der  ein  kleines  Besitztum  sein  Eigen  nennt,  oder
—  in  einem  Bezirk  der  Fveiteitbarkeit  des  Bodens  —  doch  die  Möglichkeit ­
  hat,  zu  einein  Stückchen  Land  zu  kommen  und  sich  emporzuarbeiten. ­
  Es  hat  sich  gezeigt,  daß  der  Landarbeiter  nicht  ungern
zur  Heimarbeit  greift,  die  weniger  anstrengend  ist  und  den  Arbeiter
ilicht  der  Unbill  der  Witterung  aussetzt.  Ergibt  sie  zudem  noch
einen  —  an  den  landwirtschaftlichen  Barlöhnen  gemessen  —  leidlichen ­
  Verdienst,  so  liegt  es  nahe,  daß  der  Landarbeiter  allmählich
            
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