Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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zu  verhindern,  an  den  Strafsenzöllen  alten  Stils  beklagte  man  sich
bereits  über  Stunden  l ).
Statt  der  Steine  überall  im  Wege  hatte  man  jetzt  viel  fühlbarere ­
  Zäune.  In  der  Tat  war  es  nur  dadurch  möglich,  in  der  Zeit
der  ersten  partikulären  Anstalten,  dafs  der  alte  Handel  zu  erhalten
war,  weil  die  Hansestädte  mit  ihrem  alten  Kapital,  den  alten  überseeischen ­
  Verbindungen  und  ihrer  Handelsschulung,  finanziellem
Wagemut  und  Initiative,  womit  sie  die  Lasten  trugen,  um  sich  einen
besseren  Zuweg  zum  Meere  zu  verschaffen,  nicht  auszuschalten  waren.
Holländische  Ideen  wirtschaftlicher  Art  konnten  weder  in  diesen
Stadtstaaten  noch  in  den  kleinen  Seestaaten  aufkommen.
Smidt  war  noch  mit  dem  österreichischen  Hause  aufgewachsen
und  es  mag  sein,  dafs  ihm  die  politische  Triasidee  Wangenheims,
der  sich  z.  B.  beim  Elsflether  Zoll  Bremen  bzw.  Smidt  stets  gefällig
erwiesen  hat *  *  3  *  S.  *  *  8 ),  und  mit  den  gehässigen  Ausführungen  des  Pamphlets
aus  Süddeutschland,  dessen  wirtschaftlichen  Bestandteil  man  in
Bremen  bekämpfte,  nicht  einverstanden  war,  nicht  den  Abscheu  eingeflöfst
  hat,  den  wir  heute  empfinden,  weil  er  nur  eine  Ausbalanzierung
  und  nicht  das  weitere  darin  sah  s );  er  war  natürlich
Halberstadt  betrug  nach  Mitteilung  des  verstorbenen  Fuhrmanns  Herrn  Gerd
Bosse  aus  Arsten  1840  vier  Tage.  Alteren  Rechtens  ist  es  den  Zollern  verboten,
gebundene  Wagen  zu  untersuchen,  Frachtbriefe,  Aussage  des  Fuhrmanns  (und
Polleten)  genügen.  (S.  L.  Kirsch,  D.  Zoll-  u.  Reichssteuerverw.  im  Grh.  Baden,
Karlsruhe  1885,  S.  17;  n.  a.)  .  Vgl.  auch  A.  Duckwitz,  Denkw.,  S.  9,  wegen
tagelanger  Aufenthalte  an  den  Weserzöllen  1830.  (Abfertigung,  gegen  Spezialuntersuchung ­
  hat  die  Weserschiffahrtsakte  §.  §,  26  ff.  Kautelen)
Anormale  Verhältnisse  traten  zeitweise  während  des  Zollkrieges  zwischen
Hannover  und  Braunschweig  ein.  Braunsrhweig  sperrte  die  Strafse  Göttingen—
Ammensen.  Nach  Schreiben  von  Arnold  Duckwitz  an  Bürgermeister  Smidt  vom
3.  Febr.  1844  wird  täglich  nur  ein  Fuhrmann  abgefertigt,  19  waren  gestern  da,
sodafs  der  letzte  19  Tage  warten  mufs.  Bremen  kann  sich  durch  Benutzung
der  Weser  helfen.  Nach  Bericht  des  Amts  Alfeld  an  die  Landdrostei  zu  Hildesheim ­
  vom  28.  Jan.  1844  mufs  zu  Karlshütte  und  Mühlenbeck  beidemal  gänzlich
abgeladen  werden.  In  Karlshütte  waren  am  22.,  23.  und  24.  des  Mts.  19  Frachtwagen ­
  angekommen,  am  25.,  27.  und  28.  Mitt.  8,  5  bezw.  2  sind  bis  dahin
expediert  worden,  20  noch  da;  3  bzw.  4  werden  bis  morgen  früh  noch  abgefertigt, ­
  die  keine  spezielle  Revision  erfordern  (Bremer  Staatsarchiv).  Vgl.
dazu  a.  W.  v.  Hass  eil,  Gesch.  d.  Königr.  Hannover,  I.  Teil,  Bremen  1898,
S.  481,  482.  —  Wegen  der  damals  entdeckten  starken  Defrauden  wird  1821  einmal
auf  der  Weser  in  Minden  Ausladen  der  Lastschiffe  angedroht  (Arch.  Coli.  Sen.
Bremer  Handelskammer).
*)  Akten  des  Bremer  Staatsarchivs,  18.  Jh.,  so  in  Celle.
2 )  W.  v.  B  i  p  p  e  n,  Geschichte  der  Stadt  Bremen,  III.  Bd  ,  1904,  S.  423.
ä )  S.  H.  v.  Treitschke,  Deutsche  Geschichte  im  19.  Jahrhundert,
III.  Bd.,  S.  654  ff.

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