- 241 —
zu verhindern, an den Strafsenzöllen alten Stils beklagte man sich
bereits über Stunden l ).
Statt der Steine überall im Wege hatte man jetzt viel fühlbarere
Zäune. In der Tat war es nur dadurch möglich, in der Zeit
der ersten partikulären Anstalten, dafs der alte Handel zu erhalten
war, weil die Hansestädte mit ihrem alten Kapital, den alten überseeischen
Verbindungen und ihrer Handelsschulung, finanziellem
Wagemut und Initiative, womit sie die Lasten trugen, um sich einen
besseren Zuweg zum Meere zu verschaffen, nicht auszuschalten waren.
Holländische Ideen wirtschaftlicher Art konnten weder in diesen
Stadtstaaten noch in den kleinen Seestaaten aufkommen.
Smidt war noch mit dem österreichischen Hause aufgewachsen
und es mag sein, dafs ihm die politische Triasidee Wangenheims,
der sich z. B. beim Elsflether Zoll Bremen bzw. Smidt stets gefällig
erwiesen hat * * 3 * S. * * 8 ), und mit den gehässigen Ausführungen des Pamphlets
aus Süddeutschland, dessen wirtschaftlichen Bestandteil man in
Bremen bekämpfte, nicht einverstanden war, nicht den Abscheu eingeflöfst
hat, den wir heute empfinden, weil er nur eine Ausbalanzierung
und nicht das weitere darin sah s ); er war natürlich
Halberstadt betrug nach Mitteilung des verstorbenen Fuhrmanns Herrn Gerd
Bosse aus Arsten 1840 vier Tage. Alteren Rechtens ist es den Zollern verboten,
gebundene Wagen zu untersuchen, Frachtbriefe, Aussage des Fuhrmanns (und
Polleten) genügen. (S. L. Kirsch, D. Zoll- u. Reichssteuerverw. im Grh. Baden,
Karlsruhe 1885, S. 17; n. a.) . Vgl. auch A. Duckwitz, Denkw., S. 9, wegen
tagelanger Aufenthalte an den Weserzöllen 1830. (Abfertigung, gegen Spezialuntersuchung
hat die Weserschiffahrtsakte §. §, 26 ff. Kautelen)
Anormale Verhältnisse traten zeitweise während des Zollkrieges zwischen
Hannover und Braunschweig ein. Braunsrhweig sperrte die Strafse Göttingen—
Ammensen. Nach Schreiben von Arnold Duckwitz an Bürgermeister Smidt vom
3. Febr. 1844 wird täglich nur ein Fuhrmann abgefertigt, 19 waren gestern da,
sodafs der letzte 19 Tage warten mufs. Bremen kann sich durch Benutzung
der Weser helfen. Nach Bericht des Amts Alfeld an die Landdrostei zu Hildesheim
vom 28. Jan. 1844 mufs zu Karlshütte und Mühlenbeck beidemal gänzlich
abgeladen werden. In Karlshütte waren am 22., 23. und 24. des Mts. 19 Frachtwagen
angekommen, am 25., 27. und 28. Mitt. 8, 5 bezw. 2 sind bis dahin
expediert worden, 20 noch da; 3 bzw. 4 werden bis morgen früh noch abgefertigt,
die keine spezielle Revision erfordern (Bremer Staatsarchiv). Vgl.
dazu a. W. v. Hass eil, Gesch. d. Königr. Hannover, I. Teil, Bremen 1898,
S. 481, 482. — Wegen der damals entdeckten starken Defrauden wird 1821 einmal
auf der Weser in Minden Ausladen der Lastschiffe angedroht (Arch. Coli. Sen.
Bremer Handelskammer).
*) Akten des Bremer Staatsarchivs, 18. Jh., so in Celle.
2 ) W. v. B i p p e n, Geschichte der Stadt Bremen, III. Bd , 1904, S. 423.
ä ) S. H. v. Treitschke, Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert,
III. Bd., S. 654 ff.
16