fullscreen: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

18. Titel: BürgihHaft. SS 765, 766. 1403 
8 766. 
Zur Gültigkeit des Bürg]haftsvertrags ift {QGriftlihe Ertheilung der Bürg- 
ichaftserflärung erforderlich. Soweit ber Bürge die Hauptverbindlichkeit erfüllt, 
wird der Mangel der Form geheilt. 
BL —; 1 —; UL — 
. ‚; Form des Bürgfihaftsbertrags. Nach € I {ollte der Bürgichaftsvertrag 
formfrei fein (M. IL 659 $#.; Dinfichtlich de früheren Rechtes 1. MLR. ZU I Tit. 14 
38 202, 208, BLR. ILIV cap. 10 84 und Art, 3 des bayerifchen GejeßesS vom 14. Januar 
1871, die Snterzeffionen betreffend, BL f. RA. Bd. 46 S. 241 ff). Troß der von der 
Kritik en erhobenen Einwendungen (vgl. insbefondere ZÖ. H, 368 f., VI, 490 ff., 
Yacubeziy, Bem. S. 150) wurde von der I. @omm. der Antrag, für die Bürglchafts- 
erflärung {OGriftliche Form borzufchreiben, und zwar bei der 2. Lefung mit 8 gegen 8 
Stimmen, abgelehnt (CR. Il, 461 ff, VI, 196). Sn der Neichstagskomm. dagegen wurde 
die Aufnahme des nunmehrigen 8 766 befchlofien, um durch eine Sormborfchrift den {ich 
Berpflichtenden zu größerer Vorficht anzufpornen RTIRK. 94). , 
1) Ueber daZ Erfordernis der {chriftlichen Form f. 8126 und Bem. hiezu; 
gl. au Urt. d. Meichsger. vom 18. yehruar 1904 ROES. Bd. 57 S. 66 & 
amd vom 29. September 1910 Sur. Wichr. 1910 S. 998, Urt. d. DLG. 
Arankfurt a. M, vom 16. Dezember 1902 Recht 1903 S. 292 und Urt, d. 
5QS. Naumburg vom 1. Suli 1910 Ripr. d. DL®G. Bd. 21 S, 208 
UnterfoOrift eine8 BZufaße8 mit „der Obige“). Die Iqhriftlide Form 
nird auch durch Unterzeichnung des amtagerichtlichen Protokolls über den 
Zmwangsbergleichsternmin gewahrt (Urt. d. Neicdhsger. vom 17, September 1906 
ROSE. Bd. 64 S. MM ff, Urt. d, DL®, Rarlarıuhe vom 25. Oktober 1905 
Rip. d. OLG. Bd. 12 S. 100 ff). Hinfichtlih der fog. „Akfordbürafchaft“ 
|. ROR.-Komm. Bem, 2. 
Wie aus S 766 Soap 1 erfichtlich, ijt das Erfordernis der fchriftlichen Jorm 
aur für die Erteilung der BürgihHaftserflärung aufgeftellt (vgl. 
3 761); die Annahme diefer Erklärung fann daher au münd ich erfolgen 
‘vgl. das unter a ermähnte Urt. d. MeichSger. vom 18. Februar 1904, ferner 
Urt. d. NMeichsager. vom 8. Mürz 1904, vom 22. September 1904, vom 
'9, Zebruar 1906, RGE. Bd. 57 S. 258 ff. Yd. 59 S, 14, Bd. 62 S. 381 
ınd vom 26. September 1906 Yur. Wichr. 1906 S. 714) und zwar auch dann, 
venn fie für den Bürgichaftsvertrag den Charakter der Offerte hat (Crome 
3 295 Anm. 35). „Schriftlich erteilt“ ift die Erklärung noch nicht mit der 
Unterzeichnung des fie enthaltenden Schrift[tücks; hiezu {ft vielmehr erforder= 
ich, daß die Erklärung nah Maßgabe der 88 150 #. mirkffam geworden 
‚it (Urt. d. Neichsger. vom 27. Oktober 1905 ROES. Dd, 61 ©. 414 {6 Der 
Begriff des Erteilen8 erfordert mindeltens eine Entäußerung gegenüber dem 
läubiger dergeftalt, daß die Ihriftliche Erflärung Ddiefem zur Verfügung 
geftellt wird. Die. Erteilung kann auch gegenüber einent DBertreter des 
Öfläubiger8 erfolgen; bi8 dahin aber ilt der Bürge weder dinglid noch 
ES gehunden (Urt. d. Reichsaer. vom 9. März 1905 Gruchot, Beitt 
N Daß Erfordernis der Schriftlichkeit bezieht ich auf die gemäß 5 765 
vejentliden Beitandteile der Bürgihaftserklärung. 
Aus dem Schriftitücke jelbit muß daher hervorgehen, daß für 
die Berbindlichkeit eine8 Dritten eingeltanden werden will und Für 
melde Verbindlichkeit eingeltanden werden will (vgl. Urt. bD. 
Reichsger. vom 11, April 1906 ROS. Bd. 63 S. 144). Injoweit 
vird der Hormbvorfchrift des S 766 nicht dadurch genügt, Daß diefe 
Tatfadhen au8 der Urkunde in Verbindung mit anderen Um- 
tänden (insbeiondere durch Zujammenhalt mit dem Inhalt anderer 
Schriftftücke) ermittelt merden fünnen; dies rain {ich aus $& 127, wo- 
aach Briefmechfel nur zur Wahrung ber dur RehHht3geihäft be- 
timmten {Oriftlicdhen Form al8 ausreichend ertlärt ift (Urt. d. Reichsger. 
bom 8. Mrz 1904 ROGS, Bd. 57 S. 258 ff.; f. aber auch Urt, d. 
Reichager. vom 27. Oktober 1904 und 14. Dezember 1905, ROSE. 
Bd. 59 S. 217 if, Bd. 62 S, 175, ferner vom 30. November 1905 
Sur. Wichr. 1906 S. 88, das die Bezugnahme auf ein anderes Schrift“ 
tief oder andere Uınftände Fir zuläflig erachtet, fowie Urt. d, VLG, 
Stuttgart vonı 3. März 1905 und des VL®G. Hamburg vom 25. März 
1907. Recht 1905 S. 194. 1907 S. 685; val. auch Dertmann Bem, 1,
	        
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