Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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nossenschaft  bekleideten,  sehr  häufig  sogar  diejenige  eines  Aufsichtsratsmitglieds. ­
  Ja,  in  kleinen  Vereinen  ist  es  häufig  vorgekommen
und  kommt  heute  noch  vor,  daß  der  früher  ehrenamtlich  tätige  Geschäftsführer ­
  zum  Lagerhalter  ernannt  wird.  Wenn  also  auch  die
Lagerhalter  keine  dreijährige  Lehrzeit  hinter  sich  haben,  so  haben  sie
sich  doch  meist,  ehe  sie  zu  Lagerhaltern  berufen  werden,  einige  fachmännische ­
  Kenntnisse  angeeignet.  Im  übrigen  läßt  sich  ja  der  Wert
der  kaufmännischen  Lehrzeit,  wie  sie  heute  häufig  anzutreffen  ist,  sehr
anzweifeln.
Man  kennt  in  den  Konsumgenossenschaften  neben  männlichen
auch  weibliche  Verteilungsstellenleiter;  die  ersteren  überwiegen  aber  in
den  ineisten  größeren  Vereinen,  doch  ist  es  in  einzelnen  ebenfalls
großen  Konsumvereinen  umgekehrt,  in  anderen  sind  die  Zahlen  annähernd ­
  gleich.  In  Verteilungsstellen  mit  kleinerem  Umsatz  hat  man
in  der  Regel  eine  Abgabestellenleiter  i  n.  Handelt  es  sich  dagegen  um
große  Verteilungsstellen,  die  allgemein  mehr  Umsicht  und  Anstrengung
erfordern,  so  nimmt  man  männliche  Lagerhalter.  Für  die  Anstellung
von  männlichen  Personen  lassen  sich  folgende  Gründe  anführen:
Bei  den  männlichen  Abgabestellenleitern  ist  der  Stellenwechsel
nicht  so  groß  als  bei  weiblichen,  die  ihren  Posten  nur  als  eine  vorübergehende ­
  Erscheinung  betrachten,  um  dann  zu  heiraten;  ferner  —
und  das  ist  eine  Folge  des  eben  Angeführten  —  ist  die  Auswahl
unter  weiblichen  Personen  gesetzten  Alters  nicht  so  groß  wie  unter
männlichen;
die  zur  Verteilung  gelangenden  Güter  verlangen  oft  größere
körperliche  Anstrengungen,  für  die  die  Frau  zu  schwach  ist;
man  rühmt  den  männlichen  Lagerhaltern  mehr  Intelligenz  und
größere  Zuverlässigkeit  nach;
zuweilen  sind  die  Verteilungsstellen  sehr  abgelegen,  zum  Teil
in  mehr  oder  weniger  unsicheren  Gegenden,  wo  sich  ebenfalls  ein
Lagerhalter  besser  eignet  als  eine  Lagerhalterin;
vielleicht  ist  das  Ueberwiegen  der  männlichen  Lagerhalter  auch
auf  die  engen  Beziehungen  der  Konsumvereine  zu  den  Gewerkschaften
zurückzuführen?)
Wie  steht  es  nun  mit  den  Lohn-  und  Arbeitsverhältnissen ­
  der  konsumgenossenschaftlichen  Filialleiter?  Es  ist  der  Zweck

4)  Wie  sehen  allerdings  später,  daß  das  Hilfspersonal  trotz  der  Beziehungen ­
  zu  den  Gewerkschaften  sich  hauptsächlich  aus  weiblichen  Personen
zusammensetzt.
            
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