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Futtermittel.
1. Die Stärkekörner (Fig. 71, S. 309). Sie sind häufig zusammengesetzt,
treten aber in dieser Form sehr hinter der Zahl der kleinen polygonalen Körner zurück,
welche die Grundsuhstanz bilden, in denen die großen ovalen und rundlichen Stärke
körner eingebettet liegen. Kennzeichnend ist die spindelförmige, viertelmondförmige,
spitz-elliptische Gestalt eines Teiles der Stärkekörner. Die großen kugeligen oder
elliptischen Stärkekörner haben 15—50 fi, die einfachen Körner 1,5—12,0 /i
(durchweg 7 fi) im Durchmesser. Sämtliche Stärkekörner sind ohne Schichtung
und Kerne.
Von wesentlicherer Bedeutung zur Erkennung der Hafermahlerzeugnisse
aber sind:
Fig. 72. Hafer. Zellen der Oberhaut der Deckspelze. A Zellen aus der Mitte, A' vom Rande der Spelze,
letztere mit einigen darunter liegenden Faserzellen B, a Verdickungen der Querwände, b spitz aus
laufende Zelle, c einfache, d Zwillingskurzzellen. Flächenansicht nach C. Böhmer.
2. Die Oherhautzellen der Deckspelze (Fig. 72). Sie sind in der Mitte
der Spelze dickwandig — in der Yorspelze dünnwandig, ohne zackige Struktur —,
sehr ungleich verdickt und eigenartig buchtig gezähnt; in der Nähe der Eandnervatur
finden sich auch zahlreiche Spaltöffnungszellen. Bei den Haferdeckspelzen treten
zum Underschiede von den Spelzen der Gerste und anderer Getreidearten knoten
artige Verbiegungen der Querwände auf. Zwischen den buchtigen und den zart-
welligen Langzellen liegen viele Kurz- oder Kieselzellen sowie Zwillingskurzzellen,
aus denen häufig sehr dickwandige, spitze, an die Oberfläche angedrückte Haare
von 40—180 /x Länge hervorwachsen. Unter der Oberhaut liegen in mehrreihiger
Schicht die Faserzellen.
3. Das zusamraengedrückte, dünnwandige Schwamm-(Stern-)paren-
chym (Fig. 73). Es folgt auf die Faserzellen und unterscheidet sich als besonders
kennzeichnend von dem Spelzenparenchym der Gerste (Fig. 68, S. 307) durch
die tieferen, halbkreisförmigen, faltigen Einbuchtungen, zwischen denen große, runde,
brillenförmig angeordnete Interzellularräume liegen und infolge derer in dem
Sternparenchym blasenartige Hohlräume entstehen, während die schmalen, tiefen