Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

— 162 — 
der Posten auf dem linken Rheinufer übertragen worden, dann 
schien ihm eine spezielle Anwartschaft auf die freien Städte nach 
Wortlaut gegeben werden zu sollen, wogegen die Städte aber Ein 
spruch erhoben, so dafs der Art, 17 der Bundesakte, der nach den 
Verhandlungen des Wiener Kongresses zustande kam, hauptsächlich 
auf Smidts Promemoria hin ganz allgemein gehalten wurde, und 
Taxis wiederum einen Anspruch auf den 1803 ausgesprochenen 
Bestand von 1801 nebst dem, was seitdem vertragsmäfsig festgelegt 
war, versicherte. Änderungen sollten im Wege freien Vertrags 
gemacht werden und Entschädigungen, wo in der Rheinbundszeit 
ohne Entschädigung exmittiert war, nachhezahlt werden. Es wurde 
dadurch einerseits nach Gründen des Rechts verfahren und anderer 
seits war man praktisch davon überzeugt worden, dafs trotz aller 
Schäden und Übergriffe des taxisschen Postwesens eine Zersplitterung 
in einzelne Territorialposten noch etwas viel Unerträglicheres gewesen 
war. In den Hansestädten war freilich die Tendenz eine radikalere, 
bereits in Smidts Promemoria wird auf ein allgemeines Bundespost 
wesen hingewiesen, und 1819 ein erfolgloser Antrag auf eine solche 
Regelung von den Städten beim Bundestag gestellt. 
In Bremen schenkte man nach der französischen Zeit dem 
Postwesen gröfsere Aufmerksamkeit als vorher, wo es wesentlich 
des Stadtpostmeisters, der gegen eine geringe Rekognition sein Amt 
inne hatte, Sorge gewesen war, wie er sich der fremden Posten 
erwehrte. Postalisch hatte bei den fremden Posten die bremische 
Post wegen ihres Ursprungs aus dem Botenwesen, das die neuere 
Posttheorie bekämpfte, von jeher nicht für voll gegolten. 
Man wäre nach 1813 ganz gern die taxissche Post losgeworden; 
da aber Bremens Souveränität noch auf schwachen Füfseh stand, 
war es mifslich, an den früheren Verhältnissen zu rütteln, zumal 
man merkte, dafs man wohl nur ein ausschliefslich hannoversches 
Postwesen dafür eingetauscht hätte, das von Hannover stark be 
trieben wurde. Immerhin wurde die Abhängigkeit von Thurn und 
Taxis stark empfunden, da man, nachdem Kurhessen seine Postver 
waltung an Taxis übergeben hatte, und daher die bremisch-hessische 
Kommunionpost notgedrungen an Taxis überlassen worden war, auf 
den Verkehr nach dem Reichsinnern ohne jeden Einflufs war, und 
die taxissche Post zudem die erste Verwirrung dazu benutzt hatte, 
ihre Kurse und Posttage zu vermehren, und die bremische Post, 
weil auch die Territorialposten die Konkurrenz aufnahrnen, keine 
einzige Route mehr für sich hatte. 
Es war ein ziemliches Chaos. Hannover beschränkte sich nicht
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.