Object: Die deutsche Zigarettenindustrie

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In die hierfür bestimmten Rubriken des Zettels trägt er dabei 
die Nummer der abliefernden Arbeiterin und das Datum des Tages, 
an dem die Zigaretten abgeliefert sind, ein. Dann läßt er den 
Ständer mit den Zigaretten in das seiner Aufsicht anvertraute 
„Lager für halbfertige Fabrikate“ bringen, wo derselbe 
solange unangerührt verbleibt, bis auf Order seine Abgabe an die 
Packerei erfolgt. 
Außer mit der Hand werden in der Zigarettenanfertigungs- 
Abteilung gegebenenfalls auch noch mit Maschinen Zigaretten 
hergestellt, teils mit sogenannten „Stopfmaschinen“, welche 
die auf maschinellem Wege hergestellten Hülsen mit Tabak füllen, 
teils mit automatisch arbeitenden Zigarettenmaschinen, die die voll 
ständige Herstellung der Zigaretten mit Ausnahme des Tabak 
schneidens übernehmen. Solche Maschinen findet man aber, wie 
schon weiter oben angedeutet ist, nur in großen Betrieben, da nicht 
nur ein größeres Anlagekapital zur Beschaffung dieser Maschinen 
erforderlich ist (eine Zigarettenmaschine kostet 10—22000 Mk.), 
sondern auch noch ein bei weitem größeres Betriebskapital 
für die Beschaffung der von den Maschinen zu verarbeitenden Roh 
stoffe, für Reklame, um den gewaltigen Produktenmengen dieser 
Maschinen Absatz zu verschaffen, für Kartonnagen, für kaufmän 
nisches Personal usw. Können doch mit einer Stopfmaschine, die 
als notwendige Ergänzung übrigens stets eine Hülsenmaschine vor 
aussetzt, stündlich 3—6000 Hülsen mit Tabak gefüllt, mit einer 
Zigarettenmaschine gar in gleicher Zeit 5—25000 Stück Zigaretten 
fix und fertig hergestellt werden. 
Zudem muß ein Fabrikant, der mit Maschinen arbeitet, auch 
genügend Leute zur Herstellung einer zur Maschinenproduktion in 
gewissem Verhältnis stehenden Produktion von Handarbeitszigaretten 
haben, da es in der Zigarettenindustrie fast allgemein üblich ist, daß 
jede Fabrik alle Preislagen herstellt, und der Händler deshalb 
seinen Bedarf an billigen Sorten (Maschinen-Zigaretten) auch gleich 
bei dem Fabrikanten eindeckt, der ihm die besseren Qualitäten 
(Handarbeits-Zigaretten) liefert. 
Über die Arbeitsweise einer Zigarettenmaschine seien hier einige 
Angaben gemacht: Von einem endlosen Tuche, das um zwei in 
einiger Entfernung voneinander befindliche Walzen rotiert, fällt der 
von einer Arbeiterin gleichmäßig verteilt darauf gelegte, geschnittene 
Tabak in eine schmale Rinne, deren Boden gleichfalls durch ein 
schmales, rotierendes Band gebildet wird. Auf diesem Bande ge 
langt der lose Tabak in einen Formapparat, die sogenannte Kammer,
	        
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