Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Schnellpressenfabrik  König  &  Bauer,  Würzburg-Zell.

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INVALIDEN-  UND  WITWENKASSE.  Die  Invaliden-  und  Witwenkasse  wurde
1873  gegründet.  Es  wurde  ihr  als  Grundkapital  von  der  Firma  der  Betrag  von  20  000  fl.
überwiesen.  Weiterhin  stiftete  die  Firma  im  Jahre  1906  anläßlich  der  Fertigstellung  der
7000.  Maschine  70  000  M.  Leider  wurde  diese  letztere  Stiftung  ebenso  wie  andere  gleichzeitige ­
  Stiftungen  an  andere  Kassen  mit  5  %  und  10  %  zur  Reichserbschaftssteuer  herangezogen.
Die  Firma  zahlt  außerdem  laufend  alljährlich  einen  Beitrag  in  Höhe  der  Gesamtsumme
der  Beiträge  aller  Mitglieder.
SOLDATEN-  UND  VORSCHUSSKASSE.  Die  Soldaten-  und  Vorschußkasse  wurde
1873  gegründet.  Die  Firma  hat  ihr  zunächst  3000  fl.  und  später  5000  M.  zugewendet.
Außerdem  zahlt  die  Firma  jährlich  aus  eigenen  Mitteln  den  dreifachen  Betrag  der  von  den
Lehrlingen  selbst  aufgebrachten  Beiträge.  Der  Zweck  dieser  Kasse  ist,  den  jungen  Leuten,
die  zu  der  Fahne  einberufen  werden,  einen  monatlichen  Zuschuß  zu  gewähren.  Je  nach  der
Vermögenslage  der  Kasse  hat  sich  bis  jetzt  dieser  Zuschuß  zwischen  6  M.  und  10  M  bewegt.
Gleichzeitig  gewährt  die  Kasse  Vorschüsse  an  Arbeiter.
BENNO  BOLZA-STIFTUNG.  Außer  diesen  Kassen  mit  Stiftungen  besteht  die  von
2  Gesellschafterinnen  errichtete  Benno  Bolza-Stiftung  mit  einem  Vermögen  von  12000  M.
Aus  den  Zinsen  werden  Prämien  an  Werkmeister  und  Arbeiter  für  Verbesserungsvorschläge ­
  gewährt.
ARBEITERHÄUSER.  Mit  dem  Bau  von  eigenen  Arbeiterhäusern  wurde  1867  begonnen.
Sie  werden  teils  unentgeltlich  von  Angestellten  benützt,  teils  gegen  einen  sehr  mäßigen  Mietzins. ­
  Später,  seit  1903,  wurde  den  Arbeitern  die  Ansiedlung  durch  billige  Überlassung  von  Baugrund ­
  und  Bürgschaft  für  das  von  der  Versicherungsanstalt  entliehene  Bankkapital  erleichtert.
BADEANSTALT.  Im  Jahre  1908  wurde  eine  Badeanstalt  mit  einem  Aufwande  von
über  20  000  M.  errichtet.
KANTINE.  Die  Fabrik  unterhält  eine  Kantine  mit  musterhaften  Einrichtungen
und  2  Speisesälen.  Der  Pachtzins  wird  an  die  Arbeiterkassen  abgeführt.
FABRIKSCHULE.  Für  die  Fortbildung  der  Lehrlinge  sorgt  eine  besondere  Fabrikschule.
BIBLIOTHEK.  Für  Arbeiter  und  Beamte  ist  eine  Bibliothek  von  fast  1000  Bänden
vorhanden.
            
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