Württembergische Metallwarenfabrik, Geislingen. 433*
In 2 Sälen, deren größerer durch eine Rollwand geteilt werden kann und mit einer
Bühne zu Aufführungen versehen ist, versammeln sich hier in den Monaten November
bis März an den Sonntagnachmittagen von 3 - 7 Uhr die Lehrlinge und jungen Arbeiter
der Fabrik bis zu 18 Jahren. Der Besuch ist ein freiwilliger, doch wird von denjenigen,
welche sich anmelden, erwartet, daß sie regelmäßig kommen. Unter der Leitung der Ge
schäftsführer des Wohlfahrtsvereins ist den jungen Leuten Gelegenheit geboten, sich zu
nächst mit Lesen, Spielen, Zeichnen, Anfertigung von Laubsägearbeiten, An
sehen von Stereoskopbildern, illustrierten Zeitschriften u. dgl. zu unterhalten.
Nach einer Pause, in welcher Kaffee genossen wird, findet regelmäßig zum Schluß ein
Jugendheim. Laubsägearbeiten.
Vortrag, eine Vorlesung, Lichtbildervorführung oder eine dramatische oder
musikalische Aufführung statt.
Die musikalischen Aufführungen werden von der Jugendheimmusik ausgeführt,
welche aus einem von jugendlichen Angehörigen der Fabrik gebildeten Orchester (Vio
linen, Viola, Klavier, Flöten, Zithern, Pauke usw.) besteht und sich durch regelmäßige,
das ganze Jahr über fortgesetzte Proben imstande erhält, die Festlichkeiten des Jugendheims
zu beleben und zu verschönern.
Besondere Feiern werden veranstaltet an den Geburtsfesten des Kaisers und des
Landesherrn, am Adventfest, zu Weihnachten sowie an den Eröffnungs- und Schluß
tagen. Diese Jugendheimfeiern, bei welchen in Anwesenheit zahlreicher Gäste drama
tische Stücke ernsten und heiteren Inhalts zur Aufführung kommen, sind bei der Jugend
besonders beliebt. Bei der Schlußfeier jeden Jahres, die zugleich die Abschiedsfeier für
die älteste Jahresklasse bildet, werden die regelmäßigen Besucher des Jugendheims aus
allen Jahrgängen mit Prämien bedacht.
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