Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Was  wir  wegen  der  Notlage  der  kinderreichen  Familien
ausführten,  trifft  zum  größten  Teil  auch  für  die  Familien  zu,
wo  das  Familienoberhaupt  nicht  mehr  vorhanden,  aber  ein  anderer ­
  Familienangehöriger  der  Ernährer  ist.  Wir  bitten  daher, ­
  auch  für  diese  Fälle  dieselbe  Zulage  zu  gewähren.
Wir  hoffen,  daß  unsere  Eingabe  baldigst  geprüft  und  berücksichtigt ­
  wird  und  zeichnen
mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
(folgen  Unterschriften.)
*  *  :{:
Der  Zechenverband  sandte  folgende  Erwiderung:
Essen-Ruhr,  den  1.  März  1916.
An  den  Verband  der  Bergarbeiter  Deutschlands,  z.  H.  des  Herrn
H.  Sachse,  Bochum,  Wiemelhauferstr.  38—42.
Erwiderung  auf  die  gefl.  Zuschrift  vom  26.  Februar  1916.
Wie  Sie  in  Ihrer  Zuschrift  schon  hervorheben,  und  wie  wir  nach
unserer  Kenntnis  der  Verhältnisse  bestätigen  können,  ist  den  Arbeitern
und  Arbeiterinnen  auf  einer  größeren  Zahl  von  Zechenverwaltungen
die  von  Ihnen  beantragte  Kinderzulage  bereits  bewilligt  worden.  Es
ist  hiernach  zweifellos  mit  einer  baldigen  allgemeinen  Einführung  dieser
Beihilfe  im  ganzen  Revier  zu  rechnen.
Ihre  durch  das  Vorgehen  der  Zechenverwaltungen  bereits'  überholte ­
  Eingabe  zum  Gegenstand  einer  besonderen  Besprechung  im  Vorstande ­
  unseres  Verbandes  zu  machen,  dürfte  sich  daher  wohl  erübrigen.
Glückauf!
Zechenverband.  Die  Geschäftsführung:  Loewenstein.

Beschwerde  über  zu  knappe  Kartoffelrationen.
Bochum,  den  8.  April  1916.
An  die  Reichskartoffelstelle  in  Berlin.
Aus  meinem  Wahlkreis  Waldenburg-Schlesien  gehen  mir
scharfe  Beschwerden  zu  über  die  viel  zu  knappen  Kartoffelrationen, ­
  die  dort  für  'den  Jndustriebezirk  bewilligt  würden.
Die  Bevölkerung,  die  unter  3000  Mark  Einkommen  hat,  bekommt
dort  wöchentlich  pro  Kopf  7  Pfund  Kartoffeln  und  Kinder  bis
zu  drei  Jahren  sollen  nur  3  Pfund  erhalten.  Nicht  nur  hier  aus
Westfalen,  sondern  auch  aus  anderen  Bezirken  ist  mir  bekannt,
daß  der  arbeitenden  Bevölkerung  10%  Pfund  pro  Kopf  und
Woche  zugeteilt  werden,  und  auch  im  Waldenburger  Nachbarkreis
            
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