Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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ermöglichen  lasse.  Auf  die  Beseitigung  der  Bezirksausfuhrverbote ­
  und  auch  auf  die  Unterbindung  des  Schmuggels,  durch
welche  tatsächlich  der  Allgemeinheit  sehr  große  Quantitäten
Butter  usw.  entzogen  würden,  werde  hingearbeitet.  Es  sollten
Anweisungen  ergehen,  die  auf  eine  bessere  Versorgung  der  Jndustriebezirke
  mit  Fettwaren  hinzielen.  Was  am  Kriegs-Ernährungsamt, ­
  das  ja  erst  vor  wenigen  Tagen  eingesetzt  fei,
liege,  das  werde  geschehen,  um  die  allerdringendsten  Bedürfnisse
schon  bis  zu  Pfingsten  zu  befriedigen.  Das  gelte  auch  von  dem
Verlangen,  den  Bergarbeitern  mehr  Seife  zu  liefern.  Die
Seifenknappheit  sei  ja  bekannt.
Jni  weiteren  Verlaus  der  Verhandlungen  wurde  auch  die
billigere  Lieferung  von  Jungvieh,  Saatgut  und  Futtermitteln
für  solche  Arbeiterfamilien  besprochen,  die  nebenbei  Landwirtschaft ­
  und  Kleinviehzucht  (Schweine  und  Ziegen)  betreiben.
Ferner  wurde  besprochen,  daß  bestimmte  Werksverwaltungen
große  Mengen  Nahrungsmittel  einkaufen,  aber  nur  an  gewisse
„Lieblinge"  (Gelbe)  abgeben.  Dadurch  würde  auch  die  Versorgung ­
  der  Allgemeinheit  beeinträchtigt.  Besondere  Nahrungsmittelzulagen ­
  an  die  Arbeiter  seien  am  zweckmäßigsten  durch
Vermittelung  der  Gemeindevertretungen  zu  organisieren  mit
Hinzuziehung  von  Vertretern  der  Arbeitergewerkschaften.  Auch
die  Frage  der  Massenküchcn  für  die  Arbeiter  fand  Erörterung.
Das  vorläufige  Ergebnis  dieser  Aussprache  war,  daß  die  Speisung ­
  der  eigentlichen  Bergleute  aus  Massenküchen  als  kaum  möglich ­
  bezeichnet  wurde  wegen  der  unterirdischen  Betriebseigentümlichkeiten. ­
  Wohl  aber  könnten  die  Massenküchen  für  die
Qbertagsarbeiter  und  für  die  Arbeiterfamilien  eingeführt  werden.
Für  die  eigentlichen  Bergleute  dürfte  die  Verabreichung  von  belegten ­
  Butterbroten  als  Zukost  während  der  Arbeit  in  Betracht
kommen.  Es  wurde  regierungsseitig  in  Aussicht  genommen,
den  Butterbelag  (fetthaltigen  natürlich)  von  der  Reichszentraleinkaufsstelle ­
  liefern  zu  lassen.  Auch  die  Mehrlieferung  von
Seife  soll  nach  Möglichkeit  erfolgen.
Am  Schluß  der  Verhandlungen  versicherte  Herr  von  Batocki
  den  Arbeitervertretern,  er  sei  ihnen  dankbar  für  die  gewonnenen ­
  Informationen  und  weiterhin  bereit,  sachkundige  Mitteilungen ­
  und  Ratschläge  entgegenzunehmen.  Was  die  Zentralstelle ­
  tun  könne  für  die  Verbesserung  der  Urbeiterernährung,
das  solle  getan  werden,  so  gerecht  und  schnell  es  nur  eben  möglich ­
  sei.  Die  Arbeitervertreter  bedankten  sich  für  diese  Znstchcrnng
  und  versprachen,  ihrerseits  das  Kriegsernährungsamt  in
seinen  Bemühungen  zu  unterstützen.
            
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