Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Jerung noch ungeheuer gewachsen, so daß die schlimmsten Gefahren 
sllr die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Belegschaften ent 
standen sind. Wird hierin keine durchgreifende Abhilfe geschaffen, 
dann steht der niederschlesische Bergbau trotz des anerkannt guten 
Arbeitswillens der Belegschaften vor einer unabsehbaren Kata 
strophe. 
Darum bitten wir Ew. Exzellenz dringend um Berücksich 
tigung vorstehender Darlegungen und halten wir uns bereit, 
einer evtl. Einladung zur wörtlichen Besprechung der zu unter 
nehmenden Hilfsaktion Folge zu leisten. 
Mit hochachtnngsvollem Glückauf! 
(Folgen Unterschriften.) 
Besprechung im Kriegsministern,», und Reichsamt des Innern. 
Am 25- September d. Js. trugen die Kameraden Sachse, 
Löffler und Grüttner Beschwerden über die in letzter Zeit vorge- 
kommenen Versammlungsverbote im Bereich des 6. Armeekorps 
im Kriegsministerium vor. Herr Oberst v. Wrisberg nahm die 
Beschwerden entgegen und versicherte, daß von oben gewünscht 
wird, daß das Vereins- und Versammlungsrecht eine Schmä 
lerung nicht erfährt. Das Verbot der Kartellsitzung am 9. Sep 
tember und der Frauenkonferenz, die am 16. September tagen 
sollte, erregte gewisses Aussehen, zumal die Behörden zu dieser 
Tagung eingeladen waren und eine Anzahl Bürgermeister und 
Gemeindevorsteher der Einladung Folge zu leisten beabsichtigten. 
.Infolge des Verbots mußten diese jedoch wie alle anderen Kon 
ferenzteilnehmer unverrichteter Sache nach Hause wandern. Hof 
fentlich bleiben uns künftig solche Beschwerden erspart. 
Am selben Tage sprachen die Kameraden auch im Reichs 
amt des Innern (Reichswirtschaftsstelle) vor, woselbst die Not 
lage der niederschlesischen Bergarbeiter geschildert wurde. Die 
diesbezüglichen Eingaben von der Bezirksleitung und den, Vor 
stand unseres Verbandes an das Kriegsamt sind an das Reichs 
amt des Innern zur weiteren Eeledigung abgegeben worden. 
Heer Staatssekretär Dr- Schwander versprach, die Sache- 'im 
Auge zu behalten und für tunlichste Beschleunigung zu sorgen. 
Er erkannte an, daß die Lage der niederschlesischen Bergarbeiter 
viel zu wünschen übrig läßt. Etwas Bestimmtes vermochte er 
nickt zu sagen. Obgleich das Kriegsamt bereits vor längerer 
Zeit mitteilte, daß die Eingaben^an das Reichsamt des Innern 
abgegeben sind, berichtete Herr Staatssekretär Dr. .Schwander, 
daß ihm von alledem noch nichts bekannt ist. ' Daraus etwa zu 
schließen, daß noch nichts unternommen wurde, wie von anderer 
Seite bereits geschehen, wäre unverständlich und unangebracht. 
Es kommt darauf an, daß möglichst bald Hilfe kommt, zumal 
die Not der Bergarbeiter mit jedem Tage steigt. Da tunlichste 
Beschleunigung versprochen wurde, ist zu hoffen, daß die Staats- 
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