Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

A 
"1923 | 1924 | 1925 | 1926 | 1927 
— ı Millionen Schilling 
Kosten des aktiven 
Personales . . . 2192 2549 [5048 [2075 315°6 
Pensionen . . . . 432 | 552 | 658 | 877 | 938 
Sozialversicherung und 
Fürsorgeabgabe . 19R | gaR°| 218 228 234 
Summe . . 12752 [324-9 [91:9 [2 |432:8 | 
in Prozenten . . 1100 1!118:06! 142-41| 151:89l 157‘27| 
Daß trotz dieser Steigerung der Personalkosten die 
gesamten Betriebsausgaben von Jahr zu Jahr um einen 
viel geringeren Prozentsatz gestiegen sind, ist darauf 
zurückzuführen, daß die Rationalisierung, das ist die 
Erzielung höherer Leistungen bei relativ vermindertem 
Aufwande, in allen Dienstzweigen ständig fortschreitet. 
Die auf die Leistungseinheit bezogene Kopfzahl der 
Bediensteten nimmt ständig ab, die Fahrbetriebsmittel 
wurden wirtschaftlicher ausgenützt, was seinen Ausdruck 
in den größeren Durchschnittsleistungen findet, Zeit und 
Kraft sparende Arbeitsmaschinen und Arbeitsmethoden 
ermöglichen fortgesetzt höhere Leistungen mit geringeren 
Kosten. 
Die ausschlaggebenden Ersparnisse wurden aber beim 
Brennstoffverbrauch und bei der sonstigen Material- 
gebarung erreicht. Die zunehmend günstigere Kohlen- 
wirtschaft wird durch die folgenden Ziffern veran- 
schaulicht: 
1922 | 109°4 | 
- — a 
! 
1925 ! 1926 | 1927 
Durchschnittsverbrauch 
pro 1000 Gesamtlast- 
t’kminkg .. .. 
Preis pro t Normalkohle 
inS. 20.0.0004 
Brennstoffkosten auf 
1000 Gesamtlast-t/km || 
inS5 x «u u 
Kosten der auf den Bun- 
desbahnen-Betrieb ent- 
fallenden Rom | | ] 
kohle in Millionen S loo-1 | 68:8 | 50:9 | ana 43:6 
186:45 160 jean ha 46-15 
45:71 | 33:60 | 27:64 | 22:60 | 21:87 
84 5:51) 4:27| 335| 3:17 
Die günstigeren Gebarungsergebnisse ermöglichten es 
auch, fortgesetzt steigende Beträge für Ersatzbeschaffun- 
zen und Erneuerungen zu Lasten der Betriebsrechnung 
aufzuwenden. Die Ausgaben für diese Zwecke betrugen: 
im Jahre 1924 1925 1926 192% 
Millionen S — r2 57 78 
Für wertvermehrende Aufwendungen zu Lasten des 
Anlagekontos (Investitionen) nahm die Unternehmung 
Bundesdarlehen in folgender Höhe in Anspruch: 
— _ _— _ — — 
Letztes | | ] ) 
Vierel | 1924 1925 1926 | 1927 | Summe 
1923 | } 
“""Minnen Schilling 
Bauliche 
Herstellungen . 
Beschaffung von 
Fahrbetriebs- 
mitteln . . . 
Einführung der 
elektrischen Zug- 
förderung +. 
Cesamtsumme . 
| 
18 sol 7 11:4 104 42:3 
a1! so 9:1 132 42-7 
9:0| an 379) 526 582 197-4 
151) 658! 516| 1781| 76°8| 2824 
Diese Darlehen hat die Unternehmung dem Bunde in 
I0’5prozentigen Annuitäten zu verzinsen und zu tilgen. 
Der Dienst dieser Schulden bildet für die Unternehmung 
eine immer drückender werdende Last. Er erforderte 
zuzüglich des von der Unternehmung zu tragenden 
sonstigen Schuldendienstes folgende Aufwendungen: 
In den Jahren 1924 1925 1926 1927 
Millionen S 1‘5 5°2 16°2 219 
Die während des Bestandes der Unternehmung er- 
reichten finanziellen Erfolge sind, wenn auch noch kein 
Grund zu optimistischen Hoffnungen besteht, immerhin 
mit Rücksicht auf die allgemeine Wirtschaftslage ermuti- 
zend. Dabei haben die Personentarife die Goldparität 
noch nicht erreicht und die Gütertarife den Stand vom 
Tahre 1024 kaum überschritten. Insgesamt sind die Tarife 
hinter der allgemeinen :Preissteigerung — bezogen auf 
den Stand vom Jahre 1914 — erheblich zurückgeblieben: 
Zentraler Einkauf der Dienstgüter bei den 
Österreichischen Bundesbahnen. 
Die normative Grundlage des Finkaufsdienstes bei den 
Staatsbahnen bildete die Verordnung des Gesamtmini- 
steriums von 3. April 19090 über die Vergebung von 
staatlichen Lieferungen und Arbeiten. Diese Verordnung 
hat den ganzen Vergebungsakt reglementiert und die 
öffentliche Ausschreibung von Lieferungen sowie die 
öffentliche Eröffnung der Anbote vorgeschrieben. Der 
Zuschlag hatte in der Regel an den billigsten Offerenten 
zu erfolgen. Die Bestimmungen der Lieferungsverord- 
nung sind durch die Kriegszeit ins Wanken gekommen 
und in der Nachkriegszeit, besonders aber in der Zeit 
der höchsten Waren- und Geldnot ganz unhaltbare 
geworden. Dem konnte nur mehr durch straffe Zentra- 
lisierung des Einkaufes beigekommen werden. Die Durch- 
führung dieser Aufgabe ist der Generaldirektion 
der Österreichischen Bundesbahnen zugefallen, 
die am 1. Oktober 1923 den Betrieb der Bundesbahnen 
treuhändig übernommen hat. Im Verbande der General- 
direktion ist eine Beschaffungsdirektion als Zentralstelle 
les gesamten Finkaufs- und Vergebungswesens errichtet 
worden. Ihre erste Sorge war, alle Vollmachten zum 
Zinkauf, auch jene zum Handeinkauf einzuziehen, Ab- 
schluß- und Rahmenverträge aus früherer Zeit, soweit 
3ie sich wirtschaftlich ungünstig auswirkten, aufzulösen 
und die Lager durch Abstoßen von minderwertigem 
oder unbrauchbarem Material zu entlasten. 
Seit Errichtung der erwähnten Zentralstelle wird der 
Bedarf der Bundesbahnen zentral erfaßt und nach 
iaufendem und Saisonbedarf unterteilt. Um Ver- 
teilungsfrachten zu ersparen, werden Aufträge tun- 
lichst an Firmen derjenigen Bundesländer vergeben, 
in welchen der Bedarf auftritt. Wo immer es aber 
angeht, wird der‘ Urerzeuger aufgesucht. An das 
Ausland werden Lieferungen nur dann vergeben, 
wenn der Inlandsmarkt den benötigten Artikel über- 
haupt nicht oder nicht in der erforder- 
lichen Qualität führt. Ist aber die Beschaffung der 
gesuchten Ware angemessen, werden von den Bundes- 
bahnen mitunter auch beträchtliche Preisopfer gebracht, 
um eine Lieferung dem heimischen Unternehmer zu 
erhalten.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.