Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  III.  Die  Pessimisten.

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stimmt.  Hierzu  ist  man  berechtigt,  da  er  sich  selbst  so  ansdrückt.
Es  ist  aber  etwas  ganz  anderes,  zu  sagen,  daß  der  Wert  von  der
Arbeit  bestimmt  wird,  und  wieder  etwas  anderes  ist  es,  zu  sagen,
daß  er  von  der  Summe  des  Lohnes  und  des  Profits  bestimmt
wird  (unter  Außerachtlassung  der  Bodenrente) 1 ).  In  diesem  Punkte,
wie  in  vielen  anderen,  kann  nur  die  Dunkelheit  des  Ausdruckes
Eicaedo  vor  dem  Vorwurf  eines  formellen  Widerspruches  retten.
Gehen  wir  einen  Schritt  weiter.  Es  genügt  nicht,  zu  behaupten,
daß  der  Wert  von  der  Arbeit  bestimmt  wird,  um  die  Tatsache  der
Bodenrente  zu  erklären.  Wenn  alles  Getreide  in  Säcken  auf  dem
Markte  ist  —  nehmen  wir  der  Einfachheit  halber  an,  daß  es  sich
nur  um  drei  Sack  handelt,  —  von  denen  jeder  eine  verschiedene
Menge  von  Arbeit  gekostet  hat,  da  in  der  Hypothese  der  eine  auf
fruchtbaren,  die  andern  auf  weniger  fruchtbaren  Feldern  erzeugt
worden  sind,  so  haben  sie  trotzdem  den  gleichen  Wert.  Welche  von
den  drei  Arbeitsmengen  ist  es  nun,  die  den  Wert  des  Getreides  bestimmt? ­
  Eicaedo  antwortet:  „die  Maximalmenge“;*der  Sack  Getreide, ­
  der  unter  den  ungünstigen  Bedingungen  erzeugt  worden  ist,
bestimmt  den  Marktpreis.
Warum  aber  sollte  es  im  Gegenteil  nicht  der  Sack  Getreide  sein,
der  die  günstigsten  Erzeugungsverhältnisse  gehabt  hat,  oder  warum
nicht  der  mittlere?
Weil  dies  unmöglich  sein  würde.  Nehmen  wir  an,  daß  die  drei
Säcke  Getreide,  die  auf  dem  Markt  vorhanden  sind,  von  drei  verschiedenen ­
  Kategorien  Felder,  A,  B  und  C,  kommen,  auf  denen  die
respektiven  Arbeitsmengen  10,  15  und  20  sind.  Unmöglich  kann  der
Marktpreis  geringer  als  20  sein,  entsprechend  den  Produktionskosten
des  Getreides,  das  von  den  Feldern  C  stammt.  Wäre  er  niedriger,
so  könnte  Feld  C  nicht  mehr  bewirtschaftet  werden.  Wir  haben
jedoch  angenommen,  daß  man  seine  Erzeugnisse  nicht  entbehren ­
  kann.  Es  ist  auch  unmöglich,  daß  der  Marktpreis  über
20  hinausgehe,  denn  in  diesem  Falle  würden  die  Felder  der  vierten
Kategorie  in  Bewirtschaftung  genommen  werden,  und  ihr  Getreide
würde  sich  dem  schon  auf  dem  Markte  vorhandenen  zugesellen.  Da
wir  jedoch  schon  angenommen  haben,  daß  das  Getreide  für  den  Bedarf ­
  genügt,  so  würde  dieses  Anwachsen  des  Angebots  sogleich  den
Preis  auf  das  unüberschreitbare  Minimum  von  20  herabsinken  lassen.
Man  muß  in  dieser  Beweisführung  das  dialektische  Kunststück  bewundern, ­
  mit  dem  es  Eicaedo  gelungen  ist,  ein  von  jeder  Arbeit
l )  In  einer  Anmerkung  zum  Absatz  7  des  I.  Kapitals  sagt  er:  „Malihus  scheint
zu  denken,  daß  nach  meiner  Theorie  die  Kosten  und  der  Wert  einer  Sache  dasselbe ­
  ist.  —  Das  ist  auch  richtig  unter  der  Voraussetzung,  daß  man  unter  Kosten
die  Herstellungskosten  einschließlich  des  Profits  annimmt.“
            
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