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Erstes Buch. Die Begründer.
unabhängiges Einkommen abzuleiten, wie es die Rente vor
stellt, und zwar gerade aus dem Gesetze, daß aller Wert aus der
Arbeit stammt. Die Erklärung ist jedoch mehr elegant als be
weiskräftig, denn es liegt schließlich auf der Hand, daß von allen
Säcken Getreide, die sich auf dem Markt befinden, nur für einen
einzigen Wert und Arbeitsleistung in Übereinstimmung sein
können. Für alle anderen sind die Arbeitsmengen und der Tausch
wert absolut und unendlich verschieden.
Zwar stimmen die meisten der heutigen Nationalökonomen dahin
überein, daß der Wert keineswegs ein Produkt der Arbeit ist, sondern
( ^ nur der Widerschein der menschlichen Wünsche auf die Sachen,
- ■ und dennoch ist das Gesetz Ricaedo’s nicht weniger wahr. Nur muß
es in dem Sinne verstanden werden, daß die Konkurrenz, die bestrebt
ist, den Preis der Dinge auf das Niveau der Produktionskosten
zurückzuführen, ihn nicht unter die höchsten Produktionskosten herab
drücken kann, das heißt, unter den Preis, der notwendig ist, um die
Kosten der teuersten auf dem Markt nachgefragten Einheit wieder
zu erstatten ^ In diesem Sinne ist das Gesetz Ricaedo’s nicht nur
für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, sondern für alle Erzeugnisse
wahr. Seine Tragweite ist daher viel größer als die, die ihm seine
Urheber beilegten. Heute entdeckt man die Bodenrente in allen
Einkommen. Allerdings hat die Rente durch diese Verallgemeinerung
, und Verdünnung etwas von dem einzigartigen Charakter verloren,
den sie in der Theorie Ricaedo’s besaß. Sie erscheint heute nur
noch als das Resultat gewisser günstiger Umstände, die sich in
irgendeiner Lage einstellen können; und das geht soweit, daß man
heute sogar von der „Rente der Verbraucher“ sprechen hört.
3. Die Theorie Ricaedo’s nimmt weiter an, daß es stets eine
gewisse Kategorie Felder gibt, die überhaupt keine Rente abwirft,
weil ihr Ertrag nur gerade zur Wiedererstattung der Bewirtschaftungs
kosten genügt. Mit anderen Worten, sie gibt nur differenzielle
Bodenrenten zu und läßt von den verschiedenen Fällen, die Malthus
im Auge hatte, nur diese gelten.
Man muß zu der Meinung neigen, daß Malthus hierin richtiger
als Ricaedo gesehen hat. Denn, wenn es sehr leicht möglich ist,
daß es Felder gibt, die keine Bodenrente abwerfen, sei es fruchtbare
Felder in den Kolonien, weil sie dort im Überfluß vorhanden sind,
sei es in den alten Ländern, wenn es sich um sehr arme Felder
b Auch ist noch zu bemerken, daß Ricardo, wie später K. Marx und alle die,
die versucht haben, die Theorie des Wertes auf die Arbeit zu gründen, gezwungen
ist, stillschweigend das Gesetz des Angebotes und der Nachfrage anzunehmen, um
seine Theorien, so gut oder so schlecht als es gehen mag, mit den Tatsachen in Ein
klang zu bringen.