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der rechtgläubigen Fortpflanzung der Malthus - Ricardoseben
Oekonomie in Frage kommen. Die verkehrte Gesinnung bat
nun aber hauptsächlich in der Feindschaft gegen den Natur
trieb und in der Zumuthung bestanden, die natürliche Sittlich
keit durch den Verzicht auf die Ehe zu entwurzeln. Die Ehe
ist zu einem Luxusbedürfniss gemacht worden, dem nur inso
weit nachzugeben sei, als es für die Bequemlichkeit der be
stehenden Zustände am besten passt. Der Proletarier, der nichts
als seine Proles d. h. seine Kinder besitzt, soll kein Recht
haben, als solcher zu existiren, sondern die Arbeiterschaft soll
sich mehr und mehr selbst decimiren. Allerdings wird auch
in dieser Richtung eine Verbesserung in Aussicht gestellt und
die Ehe als im Wege der Reducirungen ausführbar angesehen.
Wir haben indessen schon oben daran erinnert, dass diese Seite
der Sache für einen Malthus die geringste Anziehungskraft
hatte. Es bleibt also wesentlich bei der Grundvorstellung,
dass die geordnete Art der menschlichen Existenz in der Ge
stalt der Familie als eine Einrichtung betrachtet wird, die den
Rücksichten auf die vermeintlich unübersteiglichen Schwierig
keiten der vorhandenen Missverhältnisse zu opfern sei.
Die Verherrlichung dieser Missverhältnisse als solcher
Thatsachen, an denen der Mensch nicht rühren könne, sondern
in die er sich ergeben müsse, — diese Glorification ist es,
was bei näherer Betrachtung der politisch socialen Beziehungen
die Ansichten eines Malthus noch um den letzten Rest von
Achtung bringen muss. Den höheren Schichten der Gesell
schaft wurde durch diese Eegitimisirung der socialen Uebel
unter der Maske der Naturgesetze oder vielmehr Herrgottsge
setze ein schlechter Dienst geleistet. Dennoch müssen wir,
nachdem wir mit der individuellen Physionomie der Sache uns
hinreichend beschäftigt haben, auch noch daran erinnern, dass
die Zeitumstände den Malthusschen Ideen bei deren Einführung
in das Englische Publicum äusserst günstig waren. Die Reac
tion stand an der Wende des Jahrhunderts in voller Biüthe.
Die Ressentiments gegen die Französische Revolution und deren
Folgen unterstützten ein Regierungssystem, welches selbst durch
den auswärtigen Gang der Dinge erzeugt war. Auf diesem
Boden, auf welchem die ungefährdete Ansichtsäusserung ein
Monopol der Anhänger des herrschenden Regime wurde, war
natürlich die Ernte um so leichter, je mehr die Auslassungen