Full text : Organisation

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IV.  Staatliche  und  private  Organisation.

der  Menschen  jetzt  und  in  Zukunft  gestalten  und  regeln
sollen.  Die  Betrachtung  der  ethischen  Seite  ergibt
also  zugleich  die  Grundlagen  des  Rechtsanspruches;  je
nachdem  Eigentum  als  moralisch  (was  ich  der  Kürze
halber  mit  „ethisch"  gleichsetze,  da  man  es  nur  ziemlich
künstlich  nochmals  trennen  kann)  zu  erweisen  ist,  hat
es  einen  Anspruch,  als  Recht  zu  gelten  und  durch
Recht  geschützt  zu  werden.
Das  Eigentum  jener  Primitiven  Zweckverbände  war
ohne  weiteres  „Recht"  schon  weil  es  damals  nichts
anderes  gab;  dieser  Ursprung  aus  der  Organisation
deutet  nur  auf  ein  Vorwiegen  des  gemeinsamen  vordem ­
  individuellen  Interesse  in  dieser  Frage  hin  und  auf
ein  Überwiegen  des  Zweckgedankens.  Moralisch  oder
nicht  —  jene  Vereinigungen  mußten  bald  dem  Privateigentum ­
  weichen  und  es  entspricht  der  Entstehung
alles  Ethischen  aus  einem  indifferenten  „natürlichen"
Untergrund,  wenn  jene  Anfänge  einen  besonderen
Wertcharakter  nicht  besitzen,  sondern  aus  dem  Kampf
ums  Dasein  geboren  wurden.  Der  Zweck  aber  verweist ­
  das  Eigentum  von  vornherein  in  die  angewandte
Ethik;  zu  den  reinen  Grundbegriffen  gehört  dieser  nicht
und  ohne  weiteres  kommt  ihm  gar  keine  ethische  Qualität ­
  zu.  Daß  eine  solche  auch  durch  die  aus  dem  Naturrecht ­
  berühmte  „Okkupation"  nicht  begründet  wird,  ist
klar;  diese  ergibt  den  Besitz  aber  kein  ethisches  Recht
auf  ihn.  Genau  so  beim  Staat,  der  erst  durch  Kulturleistungen ­
  ein  ethisches  Recht  auf  durch  Kriegsrecht
eroberte  Gebiete  gewinnt.  Denn  diesen  Titel  verleiht
unzweifelhaft  die  Arbeit,  weil  Betätigung  im  Gegensatz
zu  Müßiggang  immer  als  praktischer  ethischer  Wert  gegolten ­
  hat.  Etwa  die  Überspanntheiten  indischer  Bettel-
            
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