Full text: Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

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Doppelte Buchhaltung. 
stände gleichzeitig und unmittelbar eine Wert Veränderung 
des Kapitals verbunden, so muß letztere naturgemäß auf 
Kapital-Konto bzw. auf einem stellvertretenden Konto ver 
rechnet werden. 
(Man vergleiche dazu die interessante Ableitung der doppel 
ten Verrechnung bei Faure, Elements de Commerce et de Comp- 
tabilite, T edition, Paris 1907 [Massen & Cie.], S. 314 ff.) 
Eine ähnliche Idee fanden wir auch bei Emminghaus, All 
gemeine Gewerkslehre, Berlin 1868, S. 322: Die äußeren Vor 
gänge des Geschäfts, Schulden und Forderungen sind auf Per 
sonen-Konto verrechnet, die inneren Vorgänge auf einem Konto 
„Geschäft“, das alle Einkäufe, Verkäufe, Gesamtgewinne und 
-Verluste nachweist. Durch Zerlegung des Begriffes „Geschäft“ 
lassen sich die Einzelheiten der inneren Wirtschaftsvorgänge 
rechnerisch gruppieren. 
e) In der Buchführung der Unternehmung werden nur 
Kosten und Kapital ziffermäßig erfaßt, keine „Werte“ im volks 
wirtschaftlichen Sinne und keine Werturteile zum Ausdruck ge 
bracht. Jeder Kostenaufwand der Unternehmung steht auf den 
Konten links: die Anschaßungs- oder Herstellungskosten von Ver 
mögensteilen (Vermögenskosten), die Unkosten (Ertragskosten), 
die Kapitalverluste und die Schuldentilgung. 
Das Unternehmungskapital steht rechts: eigenes Kapital, 
Schulden, die Kapitalergänzung durch Gewinne. 
Die Bücherwerte im Soll der Vermögensbestandskonten 
geben Auskunft über die Geldbeträge, die in dem Vermögensteil 
angelegt sind und aufgewendet werden mußten. Es sind Geld 
werte der Vergangenheit. Für die Zwecke der Schlußbilanz 
können die Bestände mit dem Absatzwert (Veräußerungspreis) 
oder mit den Wiederbeschaflungskosten (Reproduktionskosten), 
also Gegenwartswerte in das Inventar aufgenommen werden, 
soweit der Gesetzgeber nicht anderes vorschreibt (vgl. Bd. II).
	        
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