Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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anderer  Länder  vorbildlich  geworden  ist.  Das  Aktienkapital  betrügt  255,
der  Reservefonds  225  Millionen  Fr.;  die  Hohe  der  fremden  Gelder  belief
sich  fAnfang  1927)  auf  rund  5,2  Milliarden  Fr.
Zweiganstalten  besitzt  der  Cr4dit  Lyonnais  in  zahlreichen  Hauptstädten  und
Handelsplätzen  der  Welt,  so  u.  a.  in  Alexandria,  Barcelona,  Brüssel,  Gens,
Jerusalem,  Kairo,  Konstantinopel,  London,  Madrid,  Moskau,  Odessa,  Port-Said,
  St.  Petersburg,  San  Sebastian,  Sevilla,  Smhrna  und  Valencia.  In
Frankreich  gibt  es  kaum  einen  Ort  von  Bedeutung,  an  dem  er  nicht  vertreten ­
  ist.  über  Paris  hat  er  ein  Netz  von  einigen  fünfzig  Deposikenkassen
ausgespannt.  Die  Zahl  der  bei  der  Bank  geführten  Konten  beträgt  weit  über
eine  halbe  Million.  Das  besondere  Interesse  eines  jeden  Sachkundigen  beansprucht ­
  „Ls  Service  des  ötndes  financiferes“!),  d.  i.  das  Archiv  und  die  statistische
Abteilung  der  Bank.  Budgets  aller  Länder  und  vieler  größeren  Städte,  Prospekte ­
  über  Emissionen  von  Staats-,  Provinzial-  und  Stadtanleihen,  Jahresberichte ­
  aller  französischen  und  einer  großen  Anzahl  ausländischer  Aktiengesellschaften, ­
  Ein-  und  Ausfuhr-Statistiken  sind  hier  zu  finden.  Auch  die  Zeitung
für  die  Direktion  und  den  Verwaltungsrat  wird  in  dieser  Abteilung  auf  Grund
der  aus  den  bedeutendsten  politischen  und  finanziellen  Zeitungen  entnommenen
Notizen  zusammengestellt.
Weiter  sind  zu  nennen  als  Depositenbanken  [Banques  de  dipots  et
de  crddit,  das  sind  jedoch  keine  reinen  Depositenbanken  wie  in  England):
Comptoir  Nationale  d’Escompte  de  Paris  (4  Milliarden  Fr.  Depositen),  Credit
Industriel  ct  Gommercial  und  die  SocUte  Generale  (5  Milliarden  Fr.  Depositen);
als  Banques  d’affaires  sGründungs-  und  Emissionsbanken):  die  Banque  de  Paris
et  des  Pays-Bas,  die  Banque  de  l’Uniun  parisienne,  die  Banque  fransaise  pour
le  commerce  et-  Vinduslrie  und  der  Credit  Mobilier  franpais.
6.  Das  Bankwesen  in  Österreich.
Die  älteste  Bank  des  Landes  von  Bedeutung  war  die  O  e  st  e  r  r  e  i  ch  i  s  ch  -
ungarische  Bank,  das  Zentralnoteninstitut  beider  Reichshälften,
das  aus  der  mit  kaiserlichen  Patenten  vom  1.  Juni  1816  gegründeten  privilegierten ­
  Österreichischen  Nationalbank  hervorgegangen  ist.
Sie  hat  dem  Staate,  besonders  in  Kriegszeiten,  erhebliche  Dienste  geleistet,
ist  aber  dadurch  zeitweise  selbst  in  harte  Bedrängnis  gekommen.  sS.  unten.)
Die  österreichischen  Kreditbanken  sind  ähnlich  organisiert  wie  die  deutschen
Banken.  Warenhandelsabteilungen,  zwecks  Finanzierung  des  Warenhandels, ­
  bestanden  bei  österreichischen  Banken  weit  früher  als  bei  deutschen
Banken.  Auch  die  Beziehungen  zur  Industrie  sind  seit  langer  Zeit  sehr
')  Siehe  mein  „Bankgeschäft"  a.  a.  O.
            
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