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c) Aktiengattungen,
a) Bankaktien.
Nach der Art der Geschäfte unterscheidet man hauptsächlich: Noten
banken ssiehe S. 163 ff.), Kreditbanken und Hypothekenbanken. Die
Erträgnisse sind in hohem Maße von den allgenieinen wirtschaftlichen
Verhältnissen abhängig und daher naturgemäß mancherlei Schwankungen
unterworfen. Die größeren Institute sind aber durch Ansammlung von
Reserven, ferner durch hohe Abschreibungen, niedrige Bewertung von Be-
ständen usw. bestrebt, die D i v i d e n d e auf etwa gleicher Höhe zu halten.
Bei Prüfung einer Bankbilanz ist in erster Linie auf die Li
quidität sGeldflüssigkeit) zu achten: Die Verwaltung einer jeden Bank
muß ssiehe S. 128) ihr Hauptaugenmerk darauf richten, daß den jeder
zeit fälligen Verbindlichkeiten leicht einziehbare
Forderungen gegenüberstehen, insbesondere also kurzfristige Wechsel.
Bei den Noten-, und in gewisser Beziehung auch bei den Hypotheken
banken bestehen hierüber gesetzliche Vorschriften. Ferner ist bei der Be
urteilung einer Bankbilanz zu achten: auf die Höhe der Reserven und die
Art, wie sich die Gewinne aus Zinsen, Provisionen sVerteilung der
Risiken), Konsortialgewinnen usw. zusammensetzen, auf die im Laufe des
Geschäftsjahres etwa erlittenen Verluste, auf die Bewertung der Bank-
gebäude und die Höhe der darauf vorgenommenen Abschreibungen. Ge
heime Rückstellungen (stille Reserven) dienen als Ausgleich für ein
Bestimmtes Risiko oder für allgemeine Geschäftsrisiken.
Einen gewissen Einblick in das laufende Geschäft gewähren die Zwei
ln o n a t s b i l a u z e n ss. S. 144).
ß) Eisenbahnaktien.
Einst die am meisten beliebte und gesuchte Kategorie von Aktien, bilden
heute die Eisenbahnaktien nur einen sehr kleinen Prozentsatz der ge
handelten Werte. In vielen Fällen hat der Staat, um den Bau von
Eisenbahnen zu ermöglichen, eine Mindestdividende für eine
Reihe von Jahren garantiert'). In verschiedenen europäischen
Ländern sind die Bahnen in den Besitz des Staates übergegangen.
') In der Entstehung begriffene Eisenbahn-Transportgesellschaften zahlen für
die Zeit, in der sie noch keine Einnahmen erzielen, sog. B a u z i n s e n, die sie
vom Kapital nehmen.