418
c) Aktiengattungen,
a) Bankaktien.
Nach der Art der Geschäfte unterscheidet man hauptsächlich: Notenbanken
ssiehe S. 163 ff.), Kreditbanken und Hypothekenbanken. Die
Erträgnisse sind in hohem Maße von den allgenieinen wirtschaftlichen
Verhältnissen abhängig und daher naturgemäß mancherlei Schwankungen
unterworfen. Die größeren Institute sind aber durch Ansammlung von
Reserven, ferner durch hohe Abschreibungen, niedrige Bewertung von Beständen
usw. bestrebt, die D i v i d e n d e auf etwa gleicher Höhe zu halten.
Bei Prüfung einer Bankbilanz ist in erster Linie auf die Liquidität
sGeldflüssigkeit) zu achten: Die Verwaltung einer jeden Bank
muß ssiehe S. 128) ihr Hauptaugenmerk darauf richten, daß den jederzeit
fälligen Verbindlichkeiten leicht einziehbare
Forderungen gegenüberstehen, insbesondere also kurzfristige Wechsel.
Bei den Noten-, und in gewisser Beziehung auch bei den Hypothekenbanken
bestehen hierüber gesetzliche Vorschriften. Ferner ist bei der Beurteilung
einer Bankbilanz zu achten: auf die Höhe der Reserven und die
Art, wie sich die Gewinne aus Zinsen, Provisionen sVerteilung der
Risiken), Konsortialgewinnen usw. zusammensetzen, auf die im Laufe des
Geschäftsjahres etwa erlittenen Verluste, auf die Bewertung der Bankgebäude
und die Höhe der darauf vorgenommenen Abschreibungen. Geheime
Rückstellungen (stille Reserven) dienen als Ausgleich für ein
Bestimmtes Risiko oder für allgemeine Geschäftsrisiken.
Einen gewissen Einblick in das laufende Geschäft gewähren die Zweiln
o n a t s b i l a u z e n ss. S. 144).
ß) Eisenbahnaktien.
Einst die am meisten beliebte und gesuchte Kategorie von Aktien, bilden
heute die Eisenbahnaktien nur einen sehr kleinen Prozentsatz der gehandelten
Werte. In vielen Fällen hat der Staat, um den Bau von
Eisenbahnen zu ermöglichen, eine Mindestdividende für eine
Reihe von Jahren garantiert'). In verschiedenen europäischen
Ländern sind die Bahnen in den Besitz des Staates übergegangen.
') In der Entstehung begriffene Eisenbahn-Transportgesellschaften zahlen für
die Zeit, in der sie noch keine Einnahmen erzielen, sog. B a u z i n s e n, die sie
vom Kapital nehmen.