Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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b)  Stellagegeschäfte.
Das  Vor  Prämiengeschäft  sichert  den  Käufer  gegen  unbegrenzten  Verlust ­
  bei  starkem  Sinken  des  Kurses  und  ermöglicht  ihm  andererseits  unbegrenzten ­
  Gewinn  (tüte  beim  Fixkauf),  wenn  der  Kurs  über  den  Prämienkurs ­
  sich  hebt.  Umgekehrt,  sehen  wir,  ist  es  bei  der  Rückprämie.
Sie  schützt  den  Baissier  gegen  das  Risiko  einer  größeren  Kurssteigerung.
Eine  Doppel  Versicherung  bietet  das  Stellage-  oder  Stellg
  e  s  ch  ä  f  t.  Der  Käufer  einer  Stellage  erwirbt  durch  Zahlung  des
„Stellgeldes"  das  Recht,  die  Stücke  zu  einem  vereinbarten  niedrigeren ­
  Kurse  zu  liefern  oder  zu  einem  vereinbarten  höheren  Kurse  zu
beziehen.  Eins  von  beiden  muß  er  tun.  Der  Verkäufer  der
Stellage  s„Steller")  muß  „still  halten",  während  der  Käufer  nach  oben
und  nach  unten  gleichzeitig  spekuliert.
Beispiel:  120/112  Stellage  heißt:  Am  Prämienerklärungstage  muß
der  Käufer  der  Stellage  die  vereinbarte  Menge  X-Aktien  entweder  zu
120%  abnehmen  oder  zu  112/  liefern.
Er  wird  abnehmen  sf  o  r  d  e  r  n),  wenn  am  Erklärungstage  der
Börsenkurs  über  116  %  (Mittelkurs  der  Stellage,  Stichkurs)  notiert.
Liefern  wird  er  dagegen,  wenn  der  Kurs  unter  116  %  gegangen  ist.
Beim  Mittelkurs  (116  %)  wird  der  Käufer  der  Stellage  von  seinem
Forde  rungsrecht  Gebrauchmachen,  wenn  er  die  betreffenden
Werte  zur  Ablieferung  aus  einem  vorher  getätigten  Verkaussgeschüft  benötigt, ­
  oder  »venu  er  in  dem  betreffenden  Papier  weiter  nach  oben  spekulieren ­
  »vill.  Liefern  wird  er  dagegen  bei  einem  Kurse  von  116%,
»venu  er  die  Effekten  bereits  aus  einem  anderen  Engagement  besitzt,  oder
»venu  er  »veiter  ä  la  baisse  in  dem  betreffenden  Papier  engagiert  sein  »vill.
Das  Risiko  des  Käufers  der  Stellage  ist  begrenzt  in  der  Differenz
zwischen  dein  Mittelkurs  und  den»  Forderungskurs,  bzw.  dein  Mittelkurs
und  dem  Lieferungskurs.  In  unserem  Beispiel  beträgt  die  Differenz  4%.
Die  Spannung  der  Stellage  (Differenz  zwischen  Forderungs-  und
Lieferungskurs)  entspricht  den»  vierfachen  des  Prüinicusatzes,  bzw.  bei
Stellagen  mit  schiefer  Mitte  den»  doppelten  von  Präinie  plus  Ekart.
Infolge  der  großen  Spannung  kann  sich  für  den  Käufer  der  Stellage
ein  Gewinn  nur  bei  starken  Kursschlvankungen  ergeben,  während  der
Verkäufer  einen  großen  Spielraum  hat,  bis  er  in  Verlust  kommt.
            
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