31 O. GW. 25, st.
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229. Da sie diese an den Kunden mit 227 liefern muß, verliert sie
ZOO RM, die sich mit den 300 RM Gewinn kompensieren. Auch hinsicht
lich der Stücke ist die Bank glatt gestellt.
Würde der Kurs von Diskonto bei der Prämienerklärung unter 225
sein, so würde der Käufer der Vorprämie auf Lieferung verzichten und
die Prämie zahlen. Die Bank würde ex Stellage 15 000 RM mit 221
liefern. Da sie die Kommandit mit 225 gekauft hat, ergibt dies einen Ver
lust von 600 RM, der sich mit der Prämie von 600 RM, die der Kunde
zahlt, ausgleicht.
In diesem Falle würde die Bank nur die Provision verdient haben.
Will sie auch am Prämiensatz noch etwas verdienen, so wird sie bemüht
sein, die Stellage zwar auf derselben Mitte, aber mit kleinerer Spannung
einzudecken. Rechnerisch stellt sich die Stellage, wie wir schon gesehen haben,
auf das Doppelte von Ekart plus Prämie.
Trotz der großen Spanne wird der Stellageverkäufer manchmal Verlust
erleiden, und wenn er kein Gegengeschäft abgeschlossen hat, können diese
Verluste sehr erheblich werden. Das Stillhalten von Stellagen ist also
mit großen Gefahren verknüpft, für die die Prämie nicht immer ein ge
nügendes Äquivalent bietet.
Bleiben wir bei dem vorigen Beispiel: Die Stellage lautet 229/221.
Kommandit steigen und steigen. Der Stellageverkäufer fürchtet, daß der
Kurs über 229 — d. i. der Kurs, zu dem die Kommandit gefordert werden
können — hinausgehen, daß er, wie es in der Börsensprache heißt, „ü b er
litten" wird. Er ist froh, daß er 30 000 Kommandit noch mit 228,50
eindecken konnte; werden sie mit 229 von ihm gefordert, so hat er, sagt er
sich, immer noch 1 / 2 % gewonnen. Da ändert sich die Tendenz! Kommandit
fallen auf 223. Der Stillhalter liegt nun mit der doppelten Summe
seines Engagements schief. Fürchtend, daß der Kurs weiter fallen
werde, verkauft er 60 000 RM Kommandit mit 222,50 %.
Geht der Kurs noch mehr zurück, so ist er vor weiteren Verlusten
geschützt. Steigt jedoch der Kurs, geht er wieder über 225, so wird der
Käufer der Stellage Lieferung verlangen, und der Stillhalter liegt von
neuem schief; jetzt auf der anderen Seite; „gerädert" werden, nennt
man dies an der Berliner Börse. —
Für die Bank, die mit dem Ankauf der Stellagen, die sie für die
Deckung eines Prämiengeschäftes benötigt, zögert, in der Erwartung, sie