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IX. Arbitragen').
Unter Arbitrage — abgeleitet von dem lateinischen arbitrari (urteilen,
meinen), bzw. von arbitriuin (Schiedsspruch) — versteht man die Handels
tätigkeit, die aus den Preisunterschieden der gleichen Börsenwerte an ver
schiedenen Plätzen Nutzen zu ziehen sucht. Der Arbitrageur (Arbitragist),
der sie ausübt, muß genau kennen: die Bräuche der verschiedenen Börsen,
die Geld- und Münzverhältnisse, die Lieferzeit und die wechselgesetzlichen
Bestimmungen der für ihn in Betracht kommenden Länder, er muß kalt
blütig, gewandt und rasch entschlossen sein und last not least große Fertig
keit im Rechnen besitzen.
Gegenstand der Arbitrage können alle Handelsobjekte mit regulärem
Markte sein. In Betracht kommen im allgemeinen aber nur die Edel
metall- und Münzarbitrage, die Devisenarbitrage, die in der
Nachkriegszeit die wesentlichste Rolle spielte, und die Wertpapier-
arbitrage.
Der Arbitrageur läßt sich von verschiedenen Börsen die Kurse der
Papiere, in denen er arbitrieren will, telegraphisch oder telephonisch
kommen, und kauft dort, wo es am billigsten ist, verkauft da, wo er den
höchsten Kurs erzielen kann.
Nach den Zwecken, denen die Arbitrage dient, unterscheidet man: die
Ausgleichsarbitrage und die Differenzarbitrage.
Die Ausgleichsarbitrage sucht den Weg zu ermitteln, auf dem eine
bestimmte Verbindlichkeit im Jnlande oder Auslande am billigsten be-
glichen werden kann. Die Begleichung einer Schuld kann auf dreierlei
Weise erfolgen:
1. durch direkte Rimesse, d. h. durch Sendung von barem Gelde oder
durch Sendung von Schecks oder Wechseln auf den fremden Platz;
2. durch direkte Tratte, d. h. der Schuldner beauftragt den Gläubiger,
auf ihn einen Wechsel oder eine Anweisung zu ziehen;
i) Literatur: Heinrich Deutsch, Arbitrage in Münzen, Barren,
Wechseln, Effekten und Prämien. Berlin 1909. H. T. Easton, Tate’s
Modern Cambish. London 1908, Ottomar Haupt, Arbitrages et Parit4s.
8. Ausl. Paris 1894. RobertStern, Die Arbitrage im Bank- und Börsen-
verkehr. 2. Ausl. Leipzig 1911. Otto Swoboda, Die Arbitrage in Wert
papieren, Wechseln, Münzen und Edelmetallen. 16. Ausl, bearbeitet von Max
Für st. Berlin 1925.