Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

Bilanzverlust.

125

Mitunter  beschließt  eine  Generalversammlung,  „Betriebs-Überschüsse
  zur  Beschaffung  von  Anlagekapitalien“  zu  verwenden, ­
  ohne  sich  über  die  Wirkungen  dieses  Beschlusses  klar  zu
sein.  Betriebsüberschüsse  als  Teile  des  Reingewinnes  einer
Unternehmung  können  weder  zur  Beschaffung  von  Anlagekapital ­
  noch  zur  Schuldentilgung  Verwendung  finden.  Beschließt
die  Verwaltung  einer  Unternehmung  trotzdem,  den  Überschuß
Wh  angegebenen  Sinne  zu  verwenden,  so  schafft  sie  eine  dauernde
Reserve.  Betriebsüberschüsse  vermehren  die  flüssigen  Mittel,  die
direrseits  zur  Beschaffung  von  Produktionsmitteln  oder  zur
Zahlung  von  Schulden  verwendet  werden  können.  Die  Verwendung ­
  von  Betriebseinnahmen  (nicht  Betriebsüberschüsse,  wie
die  Praxis  sich  häufig  ausdrückt)  zur  Anlageerweiterung  bewirkt
eine  Verschiebung  zwischen  Anlage-  und  Betriebsvermögen,  eine
Änderung  in  der  Zusammensetzung  des  aktiven  Vermögens.
Z.  B. :

■

1.  Fall

2.  Fall

3.  Fall  |j

1.  Fall

2.  Fall

3.  Fall

Anlagevermög.

3  Mill.

2,7

8,2  ||  Kapital

3  Mill.

3

3

Eiquide  Mittel.

0,5  „

0,5

—  j|  Reingewinn  .

0,5  „

0,2

0.2

Die  erste  Bilanz  schließt  mit  einem  Reingewinn  von  einer
kalben  Million,  im  zweiten  Falle  werden  0.3  stille  Anlagereserven
geschaffen,  im  dritten  Falle  überdies  die  Betriebseinnahmen  zu
Erweiterungsbauten  verwendet.  Hätte  die  Generalversammlung
beschlossen,  den  Betriebsüberschuß  zur  Erweiterung  der  Anlagen ­
  zu  verwenden,  träte  an  die  Stelle  eines  verteilungsfähigen
Reingewinns  eine  offene  Reserve.
Wie  wird  ein  bilanzmäßiger  Verlust  behandelt?
1.  Er  wird  vom  eigenen  Kapital  des  Unternehmers  ab-Stschrieben
  (Kapitalkonto  Soll  bei  der  Einzelunternehmung,
Weitere  Einzahlungen  auf  die  jungen  Aktien  sollten  ebenfalls  zunächst
ans  dem  15  %  übersteigenden  Jahresgewinn  der  Kriegszeit  geleistet  werden.
Verein  für  Chemische  Industrie  Mainz;  Dividende  25%,  Bonus  5%,
Kapitalerhöhung  um  900  000  M.  zum  Nennwert,  Einzahlung  20%,  der
Rest  aus  dem  Spezialreservefonds  mit  720  000  M.  gedeckt.  Steueikurs
Ende  1916  325%;  Barabfmdung  an  Aktionäre,  die  das  Bezugsrecht  nicht
ansüben,  300  M.;  Anbietungsverhältnis  4  :1,  theoretischerWert  desBezugsr
 ®chts  auf  Grund  des  Steuerkurses  45  %.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.