Full text : Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

einen  ■  regelmäßigen  Geschäftsverkehr  miteinander  treten  können.
Der  Kaufmann  mußte  vor  Einführung  der  Linienfahrt  sein  Geld
oft  in  Gütern  brachliegen  lassen,  deren  Absatz  sich  durch  unregelmäßige ­
  Schiffsankunft  vielleicht  auf  lange  Monate  hinaus  verzögerte.
Mit  diesem  Zinsverlust  ging  häufig  Hand  in  Hand  ein  Kapitalverlust, ­
  der  dadurch  entstand,  daß  die  Waren  durch  lange  Lagerung
an  Qualität  einbüßten  oder  auch  infolge  einer  Veränderung  der
Geschmacksrichtung  a  tout  prix  verkauft  werden  mußten.  Dieses
Risiko  ist  heute  bei  der  Linienfahrt  auf  ein  Minimum  reduziert.
Die  regelmäßigen  Linien  mit  ihren  festen  Abfahrts-  und  Ankunftszeiten ­
  ermöglichen  es  dem  Kaufmann,  sein  Warenlager  jederzeit
zu  ergänzen  und  die  eingekauften  Güter  schnellstens  weiter  zu
geben.  Der  freien  Fahrt  gegenüber  wirkt  also  die  Linienfahrt
verbilligend,  da  sie  die  Zins-  und  Kapitalverluste  auf  ein  wesentlich ­
  geringeres  Maß  zurückführt.  Die  technischen  Errungenschaften,
wie  erhöhte  Leistungsfähigkeit  der  Maschinen  und  größere  Schiffseinheiten ­
  etc.  verbilligen  die  Transportkosten  noch  mehr.  Diese
letzterwähnten  Neuerungen  kommen  selbstverständlich  auch  für
Schiffe  »in  freier  Fahrt«  in  Frage,  aber  es  ist  erklärlich,  daß  die
Reedereien  ganz  besonders  bei  den  Schiffen,  für  die  ein  pünktliches ­
  Eintreffen  die  Hauptsache  ist  und  die  in  regelmäßiger  Fahrt
begriffen  sind,  diese  technischen  Errungenschaften  weit  eher  anwenden, ­
  als  bei  Schiffen  mit  unregelmäßigen  Fahrten.  Schließlich
kommt  zu  den  geschilderten  Vorteilen  der  Linienfahrt  noch  die
Begünstigung  vor  der  freien  Fahrt,  daß  sich  allmählich,  wenn  sich
eben  infolge  der  Regelmäßigkeit  der  Linienfahrt  die  Handelsbeziehungen ­
  zwischen  den  einzelnen  Plätzen  weiter  entwickelt  haben,
stets  eine  beträchtliche  Gütermenge  für  die  jeweilig  festgesetzte
Abfahrt  des  zu  einer  Linie  gehörenden  Schiffes  anhäuft.
Dadurch  bleibt  dem  Schiff  viel  Zeit  erspart,  die  es  sonst  zur
Beschaffung  genügender  Fracht  gebraucht  haben  würde.  Es  kann
seinen  Hafenaufenthalt  abkürzen,  spart  Liegegelder  usw.  und  kann
die  Zeit  zu  neuen  Fahrten  ausnutzen.  Damit  ist  die  Möglichkeit
gegeben,  die  Frachtraten  herabzusetzen  und  in  letzter  Linie  eine
Verbilligung  der  Güter  selbst  zu  erreichen.  Der  Kaufmann  übergibt ­
  natürlich  seine  zu  verfrachtenden  Güter  viel  lieber  solchen
Schiffen,  bei  denen  er  mit  einer  präzisen  Abfahrtszeit  rechnen
kann,  und  ebenso  bezieht  er  lieber  Waren  durch  Dampfer,  deren
Ankunft  auf  den  Tag  feststeht.
Daß  bei  den  Segellinienfahrten  das  Linienprinzip  nur  in  bescheidenen ­
  Grenzen  durchgeführt  werden  kann,  liegt  in  der  Natur
            
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