Full text : Die Frau als kaufmännische Angestellte im Handelsgewerbe

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Frauen  wählen.  Wie  verschieden  die  Dauer  der  Ausbildung  ist,  zeigt
die  Erhebung.
Es  gaben  an  nach  den  Zahlen

B.V.
0/

V.K.V.
0/

keine  theoretische  Ausbildung  .  .  .

/o
.  .  .  3,3

/o
5,4

einen  Stenographiekursus

.  .  .  4,3

}  3,4

kaufmännischen  Privatunterricht  .  .

.  .  .  2,1

Ausbildung  bis  zu  %  Jahr

.  .  .  18,8

9,6

„  von  %  bis  y 2  Jahr  .  .

.  .  .  24,2

38,9

J?  >>  /4  JJ  1  JJ  •

.  .  .  25,6

26,9

”  J!  1  >)  1/4  >>  *  -

.  .  .  16,6

2,9

JJ  J  3  1/4  ^  >>  •  •

.  .  .  4,9

12,9

Die  Dauer  der  Ausbildung  ist  recht  kurz  bemessen,  die  Mehrzahl
begnügt  sich  mit  viertel-  bis  halbjährigem  Unterricht,  nur  in  den
wenigsten  Fällen  erstreckt  der  Unterricht  sich  auf  länger  als  ein  Jahr.
Daß  die  in  so  kurzer  Zeit  erworbenen  Kenntnisse  weder  sehr  umfangreich ­
  noch  gründlich  sein  können,  liegt  auf  der  Hand.  Dabei  gibt  es
selbst  Angestellte,  die  nicht  einmal  diese  geringe  Zeit  an  ihre  Ausbildung
wenden  können.  Doch  wird  die  Zahl  derjenigen,  die  keine  Vorbildung,
nur  stenographischen  oder  Privatunterricht  vorweisen,  allmählich
immer  geringer  werden,  da  die  Unterbringung  solcher  Kräfte  sich  bei
den  heutigen  Ansprüchen  recht  schwierig  gestaltet,  und  der  Arbeitgeber ­
  unter  besser  vorgebildeten  Bewerbern  auswählen  kann,  zumal  der
scharfe  Wettbewerb  viele  zwingt,  zu  recht  geringen  Lohnsätzen  zu
arbeiten.
Auch  der  Besuch  der  „Pressen“  mit  ihrer  minderwertigen  Vorbildung ­
  wird  sich  hoffentlich  zugunsten  solcher  Anstalten  verringern,
die  eine  gediegene  Ausbildung  vermitteln  wollen.  Nach  den  Mitteilungen
der  Verbände  ist  jetzt  fast  die  Hälfte  aller  Kontoristinnen  auf  solchen
Pressen  ausgebildet.  Gegen  diese  Art  des  Unterrichts  haben  berufene
Kenner  des  gesamten  Handelsschulwesens,  vor  allem  auch  zahlreiche
Angestelltenverbände,  wiederholt  und  scharf  Stellung  genommen.
Gesetzliche  Maßnahmen  sind  jedoch  vorerst  nicht  zu  erwarten;  es  muß
aus  den  eigenen  Berufskreisen  auf  eine  Besserung  der  Vorbildung  hingearbeitet ­
  werden.  —  Der  Hauptmangel,  den  man  mit  dem  Begriff
„Presse“  oder  „Privathandelsschule“  verbindet,  die  schlechte  Ausbildung, ­
  hat  seine  Ursachen  in  dem  nach  Art  oder  Zahl  unzureichenden
Lehrpersonal  und  der  Kürze  der  Ausbildungsdauer.  Da  der  Leiter  den
Betrieb  einer  solchen  Schule  als  Erwerb  ansieht,  so  ist  er  bemüht,  die
Ausgaben  möglichst  zu  verringern,  vor  allem  die  für  die  Gehälter,  da
            
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