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sie den größten Abzug vom Ertrag verursachen. Der Inhaber beschränkt
daher entweder die Zahl der Lehrer und bewirkt dadurch eine über
starke Besetzung der Klassen, eine Überlastung des Lehrpersonals,
oder er zahlt schlechte Gehälter und beschäftigt infolgedessen nur
ungenügende Kräfte. Die notwendige Folge sind mangelhafte Unter-
richtsergebnisse. Der Leiter will aber nicht nur an den Ausgaben sparen,
sondern auch möglichst große Einnahmen erzielen und daher einen recht
zahlreichen Besuch seines Institutes erreichen. Da dieses Bemühen
den besten Erfolg verspricht, wenn es dem Wunsch der meisten Frauen
nach möglichst kurzbemessener Ausbildungszeit entspricht, so sind die
Kurse fast ausschließlich auf Schnellunterricht eingerichtet, der ein
vollständiges Bewältigen des Lehrstoffes nicht gestattet. Diese Mängel
wirken um so verhängnisvoller, als eine Auswahl nach Schulbildung
und Vorkenntnissen nicht stattfindet. Lehranstalten dieser Art ver
anlassen daher vielfach ungeeignete Kräfte, sich dem kaufmännischen
Beruf zu widmen.
An die Stelle solcher Schulen treten hoffentlich immer mehr die
Unterrichtsanstalten der öffentlichen Korporationen und Verbände.
Bis jetzt war die Zahl der Besucherinnen einer solchen Anstalt noch recht
gering, da nur Handelsschulen mit zwei- bis dreijähriger Unterrichts
dauer schon seit längerem bestanden; doch werden solche von Frauen
wenig besucht, weil diese meistens schnell zu einer Stellung gelangen
wollen. In neuerer Zeit sind auch Kurse von ein- bis eineinhalbjähriger
Dauer geschaffen worden, der Besuch der Handelsschulen wird dadurch
eine wesentliche Steigerung erfahren. — Je mehr die Erwerbstätigkeit
der Frauen als dauernd angesehen wird, desto gründlicher muß die
Ausbildung sein. Die Handelsschulen wollen daher Gelegenheit geben,
sich in den handelswissenschaftlichen, sprachlichen und kaufmännischen
Fächern auszubilden. Gewinnerzielung und Ausbeutung liegt nicht in
der Absicht der Gründer, diese sind nur von dem Wunsche geleitet, die
fachliche Ausbildung auf eine höhere Stufe zu bringen. — Die Dauer
der Kurse hat man auf mindestens ein Jahr festgesetzt, damit der vor
liegende Stoff auch wirklich durchgearbeitet und von den Schülerinnen
auch erfaßt, nicht nur mechanisch erlernt wird. Der Unterricht baut
sich auf einem festgelegten Plan auf und umfaßt alles, was die Kontor
angestellte in ihrem Beruf wissen muß. Damit der Unterricht keine
unnötigen Erschwerungen und Verzögerungen erleidet, wird eine sorg
fältige Zusammensetzung der Klassen nach der Schulbildung getroffen.
Nur durch solche Maßnahmen kann das Vorgesetzte Ziel erreicht werden.
Neben Sonderanstalten für das kaufmännische Personal bilden jetzt
die Fortbildungsschulen einen wichtigen Faktor für die Ausbildung.
Zwar ist die Anteilsziffer nach den Erhebungen noch recht gering, aber