Full text : Statistik und Verwaltung mit besonderer Berücksichtigung der preussischen Verwaltungsreform

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3.  Es  ist  die  Aufgabe  des  statistischen  Dezernats,  dies  ganze  vorbezeichnete
Material,  sei  es  selbständig,  sei  es  in  Unterstützung  und  Gemeinschaft  mit  den
anderen  Dezernaten,  zu  sammeln,  zu  ordnen  und  zusammenzustellen.
Die  Sammlung  der  statistischen  Nachrichten  hat  dem  oben  hervorgehobenen
Bedürfnisse  eines  einheitlichen  Verfahrens  dadurch  zu  genügen,  daß  die  mannigfaltigen ­
  Quellen  dieser  Art  an  einem  Punkte  zusammengeführt,  und  das  Vorhandensein ­
  und  die  Ergebnisse  derselben  fortdauernd  gegenwärtig  und  in  bequemer  Benutzbarkeit ­
  erhalten  werden.  Zu  diesem  Behufe  wird  es  zweckmäßig  sein,  die
statistischen  Materialien  auch  räumlich,  nämlich  in  derselben  Registratur  nach
Möglichkeit  zu  konzentrieren,  soweit  dies  mit  sonstigen  dienstlichen  Rücksichten
vereinbar  ist.
Um  hierbei  das  Schreibwerk  nicht  unverhältnismäßig  zu  vermehren,  wird
es  in  vielen  Fällen  genügen,  in  übersichtlichen  Notizen,  welche  bei  dem  statistischen
Dezernate  geführt  werden,  die  Hauptresultate  der  Zusammenstellungen  anderer
Verwaltungszweige  niederzulegen,  oder  selbst  nur  auf  deren  Vorhandensein  durch
einen  nachrichtlichen  Vermerk  hinzuweisen.
4.  Zur  Ordnung  der  statistischen  Nachrichten  gehört  wesentlich  deren  Prüfung ­
  und  Berichtigung,  damit  die  Zahlen  auch  dem  Leben  entsprechen.
Hier  liegt  der  Schwerpunkt  der  statistischen  Geschäftstätigkeit  bei  den
Regierungen.  Hier  haben  die  betreffenden  Beamten  die  ihnen  beiwohnende  Kenntnis ­
  des  Landes  und  seiner  Zustände,  ihre  Sorgfalt  und  Gründlichkeit  vorzüglich  zu
bewähren.  Denn  von  den  Mängeln  und  Fehlern,  welche  der  Aufmerksamkeit  der
nahestehenden  Provinzial-Behörden  entgehen,  müssen  einleuchtenderweise  viele
auch  der  eindringendsten  Revision  der  Vorgesetzten  Behörden  verborgen  bleiben
Ein  besonders  wirksames  Mittel  der  Prüfung  ist  in  der  Vergleichung  der
neuesten  Erhebungen  mit  früheren  gegeben.  Dieselbe  muß  daher  mit  aller  Genauigkeit ­
  und  Schärfe  stattfinden  und  jede  nicht  durchaus  in  der  Natur  der  Verhältnisse
begründete  und  von  selbst  erklärliche  Abweichung  in  eingehender  Weise  erörtert
und  völlig  ins  Licht  gestellt  werden.
Da  es  mehrfach  vorkommt,  daß  über  wesentlich  denselben  Gegenstand  nur
zu  verschiedenen  Zwecken  verschiedene  Zusammenstellungen  von  statistischem
Werte  gemacht  werden,  so  ist  in  deren  gegenseitiger  Vergleichung  ebenfalls  ein  nicht
außer  acht  zu  lassendes  Mittel  für  die  Prüfung  ihrer  Richtigkeit  zu  finden.  So
einerseits  die  Urlisten  der  Volkszählung,  andererseits  die  Klassensteuer-  und  Einkommensteuerlisten, ­
  die  polizeilichen  Melderegister  usw.,  ferner  einerseits  die  Gewerbe- ­
  und  Fabriktabellen,  andererseits  die  Gewerbesteuerrolle,  die  Übersichten
der  Produktionen  des  Hütten-  usw.  Betriebes  usw.,  ebenso  einerseits  der  Kirchenund
  Schultabellen,  andererseits  die  Jahresberichte  über  den  Stand  des  Schulwesens ­
  usw.
Zu  einer  solchen  vergleichenden  Prüfung  vorliegender  statistischer  Aufnahmen ­
  wird  auch  jede  sonstige,  im  Geschäftslaufe  vorkommende  Gelegenheit  auffordern, ­
  wo  statistische  Data  zur  Grundlage  von  allgemeinen  oder  besonderen
Verwaltungsmaßregeln  usw.  benutzt  werden  sollen,  und  verschiedene  Angaben
einander  gegenübergehalten  werden  können.
Die  Prüfung  der  statistischen  Tabellenwerke  darf  sich  übrigens  nicht  auf
deren  Durchsicht  bei  der  Regierung  selbst  beschränken,  sondern  muß  nach  Bedürfnis ­
  auch  durch  örtliche  Revisionen  bei  Gelegenheit  von  Dienstreisen  in  der
Art  fortgesetzt  werden,  daß  der  Departementsrat  mit  den  betreffenden  Behörden
            
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