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Wie im Gewerbe der Zwang zur Massenerzeugung, so herrscht auf dem
Gebiet des Transportwesens der Zwang zur Massenbeförderung, der viel
leicht am schärfsten der Seeschiffahrt den Stempel aufdrückt.
Zwang zur Massenerzeugung, mit anderen Worten: das Streben, mit
den geringsten Kosten zu produzieren, heißt gleichzeitig Erschwerung
der Produktionseinschränkung. Je stärker und umfassender der Zwang,
desto schneller werden die Kosten durch die Produktionseinschränkung
anwachsen. Kann eine Maschine nicht voll ausgenutzt werden, läßt man
sie langsamer laufen, oder werden häufiger Pausen eingelegt, so werden
die Produktionskosten pro Mengeneinheit um so rascher wachsen, je mehr
die Maschine durch Anschaffungs- und Betriebskosten belastet ist, die
durch Massenproduktion ausgeglichen werden müssen. Werden aber die
verschiedenen Produktionsstufen eines Betriebes von solchen Maschinen
beherrscht, so müssen notwendig bei Betriebseinschränkung die Kosten
noch schneller wachsen. Nehmen wir an, ein Stahlwerk arbeite mit einer
modernen Hochofenanlage, leistungsfähigen Konvertern und außerdem —
was allerdings bei uns noch seltener der Fall ist — mit amerikanischen
Walzstraßen, die bei fast automatischem Betrieb auf eine hohe Pro-
duktenziffer eingestellt sind. Eine Betriebseinschränkung trifft hier alle
drei Stufen der Erzeugung und wird infolge der hohen Anlagekapitalien
und der Kosten der Betriebsbereitschaft auf jeder eine verhältnismäßig
rasche Steigerung der Belastung der Produkteneinheit verursachen, was
eine empfindliche Verteuerung des Endproduktes zur Folge hat. In einer
Textilindustrie dagegen belastet die Verkürzung der Produktionszeit aller
oder einiger Spinnmaschinen und Webstühle die Produktion in verhält
nismäßig geringerem Maße.
Wir haben bisher festgestellt, daß ein Zwang zur Massenproduktion
besteht, weil die Maschinen bei voller Ausnutzung ihrer Kraft mit den
geringsten Kosten arbeiten. Es existiert aber noch ein anderer Zwang zur
Massenerzeugung, der darauf hinausläuft, eine möglichst große Zahl
gleichartiger Maschinen nebeneinander zu beschäftigen, weil dann im Falle
einer Betriebseinschränkung der Druck um so weniger fühlbar wird. In
einer Textilfabrik werden die Kosten eines zeitweisen oder vollständigen
Stillstandes einiger Spinnmaschinen und Webstühle um so weniger zum
Ausdruck kommen, desto mehr Maschinen voll beschäftigt bleiben, auf
eine desto größere Produktenmenge sich die Unkosten der Betriebsein
schränkung noch verteilen können. Bei einem kleinen Betrieb mit wenigen
Maschinen wird der Stillstand einer schon schwer ins Gewicht fallen. Ein
kleines Stahlwerk, das mit einem Konverter — natürlich ohne Berück
sichtigung der Reservemaschinen — und der entsprechenden Anzahl
Hochöfen und Walzstraßen arbeitet, kann eine Betriebseinschränkung