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Ausgabe für unproduktive Zwecke erweitert das Arbeitspensum bestirnter
Industriezweige. Ist die Extraaufgabe aber erfüllt, dann macht sich
der Rückschlag um so stärker bemerkbar, weil dieselben Mittel in normaler
Weise produktiv verwendet eine dauernde Nachfragesteigerung hervorgerufen
hätten. Weittragende und umwälzende Erfindungen gehören auch
zu den Faktoren, die zeitweise eine erhebliche einseitige Nachfragesteigerung
verursachen, deren Einfluß auf das Wirtschaftsleben wesentlich
mit von der Frage abhängt, ob die Beschaffung der nötigen Anlagekapitalien
und Arbeitskräfte ohne Störung des übrigen Produktionsprozesses
möglich ist oder nicht. Diesen Hauptfaktoren stellen sich noch eine ganze
Menge anderer zur Seite. Sie alle haben die Tendenz, eine Nachfragesteigerung
zu erzeugen, der mit Auf hören der Wirksamkeit des Sonderfaktors
ein Rückschlag folgt.
Häufig treffen verschiedene Faktoren zusammen und rufen dann
einen Aufschwung von ganz besonderer Intensität hervor. Nicht selten
haben günstige Ernten eine Beschleunigung des Ausbaues der Verkehrsmittel
zur Folge gehabt, also ein beschleunigtes Durchsetzen des technischen
Fortschrittes. Die Kosten für die Ausgestaltung des deutschen
Eisenbahnnetzes werden z. B. bis 1900 auf 13 Milliarden berechnet. Berücksichtigt
man, daß 1900 das deutsche Eisenbahnnetz nur den 15. Teil
des Welteisenbahnnetzes darstellte, und diese gewaltige Arbeitsleistung
nur von der Eisenindustrie weniger Länder bewältigt worden ist, unter
denen England, Belgien, Deutschland und die Vereinigten Staaten besonders
hervorragen, dann kann man ermessen, wie die stoßweise Ausgestaltung
dieses Netzes die Bewegung des Wirtschaftslebens dieser Länder
beeinflußt hat. In Deutschland sind als treibende Faktoren in dem
großen Aufschwung von 1895 bis 1901: günstige Ernten, erleichterte
Handelsbeziehung zum Ausland, Ausbau des Kleinbahnnetzes infolge des
Kleinbahngesetzes von 1892, erstes stärkeres Durchsetzen der Elektrizitätverwendung
wirksam gewesen.
Je wuchtiger und weitreichender der Aufschwung, desto lebhafter
entfalten sich auch der Optimismus, die Unternehmungslust und die
Phantasie. Sie treiben die Aufschwungswelle oft weit über das Maß hinaus,
das durch die sachlichen Faktoren begründet ist. Wo sie diese Kraft gewinnen,
muß auch der Rückschlag notwendigerweise um so heftiger sein.
Andererseits kann auch das Fehlen des Optimismus und der Unternehmungslust
dazu führen, daß die vorhandenen sachlichen Aufschwungsmöglichkeiten
nicht ausgenutzt werden. Ebenso bewirkt eine allgemeine pessimistische
Auffassung nicht selten, daß die rückläufige Bewegung im
Wirtschaftsleben außerordentlich verstärkt wird.
So muß sich die wirtschaftliche Entwicklung in stetem Wechsel von