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Zweites Buch. Die Gegner.
gemacht. Um die Folgerung, die sie daraus ziehen, — nämlich die Un
rechtmäßigkeit des Einkommens ohne Arbeit — ablehnen zu können,
muß man für das Einkommen unbedingt eine andere Begründung als
die Arbeit finden und für die wesentliche Eigenschaft des Eigentums
eine neue Rechtfertigung entdecken.
Man versucht im Allgemeinen diese Rechtfertigung in den Not
wendigkeiten der Produktion zu finden. Das Privateigentum mit dem
ihm eigenen Einkommen rechtfertigt sich in den Augen einer beständig
wachsenden Zahl von Nationalökonomen durch den Ansporn, den es
zur Gütererzeugung und Güteransammlung bietet. Das ist der beste
Kampfplatz, auf den man sich zu seiner Verteidigung stellen kann. Ihn
hatten unter Anderen auch die Physiokraten gewählt 1 ).
Die Saint-Simonisten verwerfen aber gleich von Anfang an dieses
Argument: sie greifen das Privateigentum nicht weniger heftig im Namen
der sozialen Nützlichkeit als in dem der Gerechtigkeit an. Nach ihrer
Meinung muß es nicht nur im Interesse der Verteilung, sondern auch in
dem der Erzeugung verschwinden.
b) Wir kommen nun zu dem zweiten Gesichtspunkte, den Saint-
Simon sich begnügt hatte, festzustellen, ohne ihn eingehender zu ent
wickeln: die Idee, daß das Eigentum, wie die politische Ordnung, zum
Besten des Interesses der Produktion organisiert werden muß. Gestattet
das Privateigentum, dieses Ziel zu erreichen?
Wie wäre das möglich, sagen die Saint-Simonisten, solange die
heutige Art der Übertragung der Arbeitsmittel besteht?
Die Kapitalien werden durch Erbschaft übertragen. Ihre Ver
waltung liegt in den Händen von Individuen, die der „Zufall der Ge
burt“ auswählt und mit der schwierigsten aller Obliegenheiten: der best
möglichen Verwendung der Produktionsmittel, betraut. Das Interesse
der Gesellschaft sollte fordern, daß diese Mittel in die Hände der fähigsten
Menschen gelegt werden, und daß sie in diejenigen Orte und unter die
jenigen Industrien verteilt werden, in denen sich das Bedürfnis am leb
haftesten fühlbar macht, „ohne daß es jemals in irgendeinem Zweige
Mangel oder Überfluß daran geben könne“ 2 ); und heute bezeichnet das
blinde Schicksal die Menschen, die zu dieser außerordentlich schwierigen
Aufgabe bestimmt sind! Die Kritik der Erbschaft wird daher derjenige
Punkt, auf den die Saint-Simonisten alle ihre Kräfte konzentrieren.
Die Entrüstung der Saint-Simonisten ist sehr wohl verständlich
in der Tatsache, auf die sie hinweisen, liegt etwas durchaus Paradoxes.
Wenn man mit A. Smith annimmt, daß „die Zivilregierung nur deshalb
eingesetzt ist, um die, die Eigentum haben, gegen die, die keins haben,
*) Siehe oben, S. 27 f.
2 ) Doctrine, S. 191.