Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise.
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weiteren Steigerung der Löhne vorgebeugt, eine Herabsetzung der
hohen Löhne eingeleitet und damit ein Einfluß auf die Güterpreise
gewonnen werden. Und endlich bildet die Verbesserung der Lebens
haltung eine unumgängliche Voraussetzung für eine erfolgreiche
Bekämpfung der eingetretenen Arbeitsunlust und ebenso für den
Übergang zu besseren Arbeitsmethoden, von denen eine Steige
rung der Produktivität der Arbeit im ganzen erwartet wird 1 ).
Der Rückgang der Preise kann beschleunigt werden, wenn es
gelingt, die eingeführten Waren möglichst billig abzugeben, und zwar
gegebenenfalls dadurch, daß das Reich einen Teil der Einkaufs
kosten übernimmt. Eine solche Belastung der Reichskasse erscheint
angesichts der schon bestehenden Finanznot des Reiches auf den
ersten Blick als eine Unmöglichkeit. Auch könnte man gegen diese
Geldausgabe anführen, daß die Mittel hierzu in irgendeiner Weise —
durch Steuern — aufgebracht werden, letzten Endes also doch den
Einzelwirtschaften zur Last fallen müßten. In Wirklichkeit liegen
die Dinge jedoch anders. Wenn nämlich der Einkauf durch das
Reich im Ausland auf Kredit erfolgt, den die Entente oder die neu
tralen Länder gewähren — und das ist heute der hauptsächlichste
Weg zur Aufbringung der ausländischen Zahlungsmittel —, dann
wird das Reich diese Beträge im Ausland einstweilen schuldig,
während die Reichskasse im Inland aus den Verkäufen sofort bare
Mittel einnimmt. Die Zuschüsse, die das Reich liefern würde, um
die Preise für die eingeführten Lebensmittel zu verbilligen, würden
also keine neuen Geld- oder Kreditaufnahmen im Inland nötig
machen. Freilich müßte die Tilgung der Zuschußleistungen
später auf dem Steuerwege erfolgen. Sie tritt als Amortisations
quote auf die ausländischen Anleihen in die Erscheinung, richtet
sich also in bezug auf Höhe und Zeit nach den Bedingungen, die für
die anzustrebende Konsolidierung unserer Auslandsschuld in Geltung
sein werden. Inzwischen kann aber das Wirtschaftsleben schon in
Gang gekommen, der Preisabbau eingeleitet sein. Das ist zunächst
die Hauptsache 2 ). Auch vom Standpunkt der steuerpolitischen
*) Insbesondere Hirsch, J.: Das Problem der Preisherabsetzung. (Ein un
gehaltener Vortrag, der demnächst in Schmollers Jahrbuch erscheint.)
2 ) Durch Beschluß vom 26. Juni 1919 hat die Reichsregierung den Weg
der Verbilligung der Lebensmittel durch Übernahme eines Teiles der Ankaufs
kosten aus öffentlichen Mitteln beschritten. Die preußische Eisenbahnver
waltung hat dem Drängen der Eisenbahnbeamten nach erneuter Erhöhung ihrer
Bezüge nicht nachgegeben, sondern von der Reichsregierung die Zustimmung