Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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28ä3  Baurath  Schwechten  einen  „Scherz"  ts

»t  rP :£  ee!-^)nfchrlfi  hctt  nunmehr  endlich  eine  Auslassung  von  «zuständiger"  Seite  im  Gesolge  gehabt,  eine
Auslassung,  die  allerdmgS  aucb  darnach  ist.  Die  bürgerlichen  Preßoraane  veröffentlichen  eine  ihnen  vom  Erbauer
der  Kira)e,  dem  B  au  rath  Schwechten,  zugesandte  Erklärung  des  folgenden  Inhalts:
«Mit  der  von  dem  „Vorwärts"  mit  so  viel  unwahren  und  tendenziös  aufgebauschten  Zusätzen  versehenen
Nachricht  über  die^  ans  die  Stadtverordneten  sich  beziehende  Inschrift  an  einer  Thür  der  Kaiser  Wilhelm-Gedächtniß-Kirche
  verhalt  es  sich  folgendermaßen:  Entgegengesetzt  den  Mittheilungen  des  «Vorwärts"  ist  die
betreffende  Thür  die  von  den,  Altar  am  weitesten  entlegene.  Das  betreffende  Relief  ist  als  Entwurf  nach
den  Bildern  aus  der  Bibel  von  Schnorr  v.  CarolSfeld  nur  begonnen,  an  einer  durchaus  dunklen  Stelle,  so
daß  eS  den  Angen  des  Kirchenbesuchers  ganz  entzogen  war  und  noch  heute  ist.  Daß  das  Relief  Porträts  enthalte,
ist  unwahr;  die  Inschrift  ist  eine  Nachahmung  eines  bei  altromanischen  und  gothischen  Bauten  fast
'überall  sich  findenden  Architekten-Scherzes.  Die  Fertigstellung  des  Reliefs  wurde  durch  die  Einweihung ­
  der  Kirche  unlerbrochen  und  nimmt  jetzt  noch  eine  längere  Zeit  in  Anspruch.  Der  nur  skizzirte
Entwurf  ist  von  der  V  a  u  k  o  m  m  i  s  s  i  o  n  noch  nicht  einmal  besichtigt  worden,  und  es  war  derselben  der
daraus  befindliche  Scherz  vollständig  unbekannt.  Daß  der  Scherz  sich,  wie  der  „Vorwärts"  erzählt,  auch  auf
den  Oberhofmeister  Freiherrn  v.  Mirbach  bezöge,  ist  selbstverständlich  unwahr."
Mas  Herr  Schwechten  dem  «Vorwärts"  gegenüber  Unwahrheiten  nennt,  muß  der  Leser  errathen,  wir  haben  es
nicht  herausgefunden.  übrigen  verlohnt  es  sich  nicht,  ernsthaft  darauf  einzugehen.  Selbst  die  «Vosfische  Zeitung"
sieht  sich  gemüssigt,  die  merkwürdige  Ehrenrettung  auS  der  Jeder  des  Bauleiters  mir  folgenden  bitteren  Worten
zu  begleiten:
«An  der  Beurtheilung  der  Sache  wird  durch  diese  Erklärung  nichts  geändert.  Es  kommt  nicht  auf
-das  Relief,  sondern  auf  die  Inschrift  an  und  diese  enthält  nicht  einen  Scherz,  svudern,  eingrobeBejchimpfung
  derB  erline  r  Stadtverordneten-  Versammlung,  und  eS  wäre
nicht  ohne  Interesse,  den  Vorüber  dieses  Scherzes  und  feine  etwaigen  Theilnehmer
kennen  zu  lernen."  a

99.  Die  Kamel-Inschrift  in  der  Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Aus  dem  .Vorwärts"

durch  A.Iacobey  wiedererobert,  dafür  ging  aber  der  15.  Bezirk  (Th.Mehner)
verloren.  Sonst  fand  nur  ein  Personenwechsel  statt,  indem  für  den  24.  Bezirk
an  Stelle  G.  Tempels,  der  nicht  wieder  kandidierte,  Paul  Dupont  gewählt
wurde.  Wiedergewählt  wurden  die  ausscheidenden  Mitglieder  Fr.  Zubeil
(11.  Bezirk),  G.  Schulz  (13.  Bezirk)  und  Rob.  Lerzfeldt  (35.  Bezirk).
Das  Stimmenverhältnis  war  in  den  fünf  Bezirken,  die  sozialdemokratisch
wählten,  8888  sozialdemokratische  gegen  5141,  in  allen  14  Bezirken  12  691
sozialdemokratische  gegen  14  173  gegnerische  Stimmen.
Einen  Mandatsverlust,  dem  kein  Gewinn  gegenüberstand,  brachte  das
Jahr  1897.  Im  10.  Bezirk,  den  bis  dahin  Dr.  I.  Zadek  vertreten  hatten
aber  aus  Gesundheitsrücksichten  nicht  weiter  vertreten  konnte,  ging  das  ,
erst  in  der  Stichwahl  eroberte  Mandat  wieder  verloren.  2n  4  Bezir  en
            
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