Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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(3.,  32.,  38.,  40.)  kam  die  Sozialdemokratie  in  Stichwahl,  konnte  aber  die
Sitze  auch  nicht  erobern.  Im  12.,  14.,  25.,  26.  und  34.  Bezirk  wurden
Paul  Singer,  A.  Stadthagen,  I.  Wernau,  B.  Bruns  und  L-Borgmann
  mit  12  281  gegen  4334  Stimmen  wiedergewählt,  und  zum
erstenmal  entfielen  von  den  in  allen  14  Bezirken  der  dritten  Abteilung
abgegebenen  Stimmen  mehr  auf  die  Kandidaten  der  Sozialdemokratie,  als
auf  die  der  Gegner  zusammengenommen,  nämlich  20  179  gegen  19  485.
Das  letztere,  das  Überwiegen  der  sozialdemokratischen  Stimmen,  ward
von  nun  an  die  Regel,  und  zwar  bald  in  noch  ganz  bedeutend  stärkerem
Verhältnis.  Das  große  Wachstum  der  Bevölkerung  Berlins  und  namentlich
das  Entstehen  ganz  neuer  volkreicher  Stadtviertel  auf  bisher  unbebautem
städtischen  Gebiet  hatte  die  Schaffung  neuer  Stadtbezirke  und  eine  entsprechende ­
  Vermehrung  der  Vertreterzahl  für  die  Stadtverordnetenversammlung ­
  unumgänglich  gemacht.  Sie  erfolgte  im  Jahre  1898  in  der  Weise,
daß  für  jede  Abteilung  oder  Klasse  sechs  Stadtverordnete  mehr  zu  wählen
waren  und  die  Gesamtzahl  der  Stadtverordneten  von  126  auf  144  stieg.
Zugleich  mit  der  Bildung  neuer  Wahlbezirke  fand  auch  eine  Llm-Numerierung
  eines  Teils  der  alten  Wahlbezirke  und  eine  andere  Auslosung
der  Wahlbezirke,  die  Hausbesitzer  zu  wählen  hatten,  statt,  so  daß  die  im
Vorhergehenden  enthaltenen  Angaben  über  Wahlbezirk  und  Vertreter  für
die  nunmehr  einsetzende  Periode  nicht  mehr  passen,  sondern  eine  neue
Zusammenstellung  notwendig  wird,  die  weiter  unten  folgt.
Die  Wahl  von  1899  brachte  der  Sozialdemokratie  eine  glänzende  Entschädigung ­
  für  die  Enttäuschungen  der  beiden  vorhergegangenen  Wahlen.
Gleich  im  ersten  Wahlgang  eroberte  sie  fünf  von  den  neugebildeten  Bezirken,
nämlich  den  43.,  44.,  46.,  47.  und  48.  Bezirk,  dazu  einen  der  älteren  Bezirke
—  den  40.  Bezirk  —  und  kam  in  zwei  älteren  Bezirken  —  Bezirk  6  und  7  —
sowie  im  sechsten  der  neugebildeten  Bezirke  —  Bezirk  45  —  in  die  Stichwahl. ­
  Bei  dieser  ward  sie  freilich,  wie  dies  ja  heutzutage  meist  bei  Stichwahlen ­
  der  Fall  ist,  von  den  vereinten  Gegnern  geschlagen,  dagegen  wurden
noch  sechs  Bezirke,  die  vorher  schon  sozialdemokratischer  Besitz  gewesen
waren,  aber  nun  ihre  Vertreter  neu  zu  wählen  hatten,  gleich  im  ersten
Wahlgang  glänzend  wiedererobert.  Für  den  am  30.  August  1899  verstorbenen ­
  August  Iacobey  hatte  im  jetzt  48.,  früher  42.  Bezirk
W.  Pfannkuch  kandidiert.  Am  6.  November  legte  Ew.  Vogtherr  sein
Mandat  nieder,  und  etwas  später  trat  auch  der  im  44.  Bezirk  gewählte
R.  Millarg  von  seinem  Platz  zurück.  Für  beide  fand  am  14.  Februar
1900  Nachwahl  statt,  bei  der  im  35.  Bezirk  der  sozialdemokratische  Kandidat
Em.  Wurm  sofort  gewählt,  im  44.  Bezirk  Th.  Glocke  in  Stichwahl  kam,
die  am  9.  März  1900  auch  dort  den  Sieg  brachte.  Nach  Erledigung  all
dieser  Wahlen  und  gemäß  der  neuen  Numerierung  bestand  im  Frühjahr
1900  die  sozialdemokratische  Stadtverordnetenfraktion  nunmehr  aus  folgende«
22  Personen  als  Vertreter  für  die  beigefügten  Bezirke:

R.  Augustin  .  .  .

.  47.  Bezirk

Fr.  Gleinert  .  .

L.  Borgmann  .  .

-  27.  „

Th.  Glocke  .  .

Bernh.  Bruns  .  .

-  25.  „

Lugo  Leimann  .

Paul  Dupont  .  .

-  24.  „

Rob.  Lerzfeldt  .

Ferd.  Ewald  .  .  .

.  43.  „

Aug.  Lintze  .  .

Dr.  K.  Freudenberg

-  40.  „

Ad.  Loffmann  .

38.  Bezirk
44.  „
26.  „
36.  „
46.  „
27.
            
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