309
zur Verbesserung ihrer
Arbeits-Bedingungen.
Dennoch gab es eine
Opposition, die sich
weigerte, sie anzuerkennen.
Sie ging von
der kleinen Gruppe
der lokalorganisierten
Schneider aus, die es
nicht verwinden konnte,
daß man ihr in der
Fünferkommission keine
Vertretung eingeräumt
hatte. Ihre Lauptvertreter
in der Arbeiterschaft
waren der
Schneider Wiesem
a n n und die Näherin
Frau G u b e l a,
und einen schriftgewandten
literarischen
Anwalt fanden sie in
demAnarchistenGustav
Landauer. Ein von
dem letzteren verfaßtes
Flugblatt,das in leidenschaftlicher
Sprache die
Fünferkommission angriffundzurFortsetzung
des Streiks aufforderte,
ward in all den 11 Versammlungen
zur Verteilung
gebracht, welche die Fünferkommission auf den 21. Februar behufs
Stellungnahme zum Kompromiß einberufen hatte, und in fast allen
diesen sehr stark besuchten Versammlungen kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen
mit Vertretern der Opposition, in einigen sogar zu wahrhaft
stürmischen Szenen und zu Beschlüssen, den Kampf nicht einzustellen,
sondern den Streik weiterzuführen. In den meisten Versammlungen
aber ward von der übergroßen Mehrheit dem Kompromiß zugestimmt,
der Streik für beendet erklärt, das Mandat der Fünferkommission
jedoch mit dem Zusatz verlängert, daß sie die Verhandlungen zur Erlangung
eines festen Mindesttarifs für alle vorkommenden Arbeiten energisch fortsetzen
möge. Sechs Gegenversammlungen, welche eine von der Opposition gewählte
„neue" Fünferkommission auf den 24. Februar einrief, waren zusammen
von noch nicht tausend Personen besucht, zwei davon konnten wegen
schwacher Beteiligung überhaupt nicht abgehalten werden, von den andern
vier verfiel eine, als der Streit in Skandal ausartete, der polizeilichen Auflösung,
in zweien beschloß man, den Streik auf den Äerbst zu vertagen,
in der vierten dagegen ward beschlossen, den Streik fortzusetzen und über
Jv<MityUA ßßJbllilhuAfy&M.U
usi%L gkj-ajttMLüUß-Äu/oC.
' Xs^uir’
ßlu.
(ßiutuj*'
sfoCbßyjjdfHrUc
I @t£Jk
144. Bestätigungsschreiben des Reichstags