Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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zur  Verbesserung  ihrer
Arbeits-Bedingungen.
Dennoch  gab  es  eine
Opposition,  die  sich
weigerte,  sie  anzuerkennen. ­
  Sie  ging  von
der  kleinen  Gruppe
der  lokalorganisierten
Schneider  aus,  die  es
nicht  verwinden  konnte,
daß  man  ihr  in  der
Fünferkommission  keine
Vertretung  eingeräumt
hatte.  Ihre  Lauptvertreter
  in  der  Arbeiterschaft ­
  waren  der
Schneider  Wiesem
  a  n  n  und  die  Näherin ­
  Frau  G  u  b  e  l  a,
und  einen  schriftgewandten ­
  literarischen
Anwalt  fanden  sie  in
demAnarchistenGustav
Landauer.  Ein  von
dem  letzteren  verfaßtes
Flugblatt,das  in  leidenschaftlicher ­
  Sprache  die
Fünferkommission  angriffundzurFortsetzung

des  Streiks  aufforderte,
ward  in  all  den  11  Versammlungen ­
  zur  Verteilung ­
  gebracht,  welche  die  Fünferkommission  auf  den  21.  Februar  behufs ­
  Stellungnahme  zum  Kompromiß  einberufen  hatte,  und  in  fast  allen
diesen  sehr  stark  besuchten  Versammlungen  kam  es  zu  lebhaften  Auseinandersetzungen ­
  mit  Vertretern  der  Opposition,  in  einigen  sogar  zu  wahrhaft ­
  stürmischen  Szenen  und  zu  Beschlüssen,  den  Kampf  nicht  einzustellen, ­
  sondern  den  Streik  weiterzuführen.  In  den  meisten  Versammlungen ­
  aber  ward  von  der  übergroßen  Mehrheit  dem  Kompromiß  zugestimmt, ­
  der  Streik  für  beendet  erklärt,  das  Mandat  der  Fünferkommission
jedoch  mit  dem  Zusatz  verlängert,  daß  sie  die  Verhandlungen  zur  Erlangung
eines  festen  Mindesttarifs  für  alle  vorkommenden  Arbeiten  energisch  fortsetzen
möge.  Sechs  Gegenversammlungen,  welche  eine  von  der  Opposition  gewählte
„neue"  Fünferkommission  auf  den  24.  Februar  einrief,  waren  zusammen
von  noch  nicht  tausend  Personen  besucht,  zwei  davon  konnten  wegen
schwacher  Beteiligung  überhaupt  nicht  abgehalten  werden,  von  den  andern
vier  verfiel  eine,  als  der  Streit  in  Skandal  ausartete,  der  polizeilichen  Auflösung, ­
  in  zweien  beschloß  man,  den  Streik  auf  den  Äerbst  zu  vertagen,
in  der  vierten  dagegen  ward  beschlossen,  den  Streik  fortzusetzen  und  über

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144.  Bestätigungsschreiben  des  Reichstags
            
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