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zur Verbesserung ihrer
Arbeits-Bedingungen.
Dennoch gab es eine
Opposition, die sich
weigerte, sie anzuer
kennen. Sie ging von
der kleinen Gruppe
der lokalorganisierten
Schneider aus, die es
nicht verwinden konnte,
daß man ihr in der
Fünferkommission keine
Vertretung eingeräumt
hatte. Ihre Laupt-
vertreter in der Ar
beiterschaft waren der
Schneider Wiese-
m a n n und die Nähe
rin Frau G u b e l a,
und einen schriftge
wandten literarischen
Anwalt fanden sie in
demAnarchistenGustav
Landauer. Ein von
dem letzteren verfaßtes
Flugblatt,das in leiden
schaftlicher Sprache die
Fünferkommission an-
griffundzurFortsetzung
des Streiks aufforderte,
ward in all den 11 Ver
sammlungen zur Ver
teilung gebracht, welche die Fünferkommission auf den 21. Februar be
hufs Stellungnahme zum Kompromiß einberufen hatte, und in fast allen
diesen sehr stark besuchten Versammlungen kam es zu lebhaften Aus
einandersetzungen mit Vertretern der Opposition, in einigen sogar zu wahr
haft stürmischen Szenen und zu Beschlüssen, den Kampf nicht einzu
stellen, sondern den Streik weiterzuführen. In den meisten Versamm
lungen aber ward von der übergroßen Mehrheit dem Kompromiß zu
gestimmt, der Streik für beendet erklärt, das Mandat der Fünferkommission
jedoch mit dem Zusatz verlängert, daß sie die Verhandlungen zur Erlangung
eines festen Mindesttarifs für alle vorkommenden Arbeiten energisch fortsetzen
möge. Sechs Gegenversammlungen, welche eine von der Opposition gewählte
„neue" Fünferkommission auf den 24. Februar einrief, waren zusammen
von noch nicht tausend Personen besucht, zwei davon konnten wegen
schwacher Beteiligung überhaupt nicht abgehalten werden, von den andern
vier verfiel eine, als der Streit in Skandal ausartete, der polizeilichen Auf
lösung, in zweien beschloß man, den Streik auf den Äerbst zu vertagen,
in der vierten dagegen ward beschlossen, den Streik fortzusetzen und über
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144. Bestätigungsschreiben des Reichstags